ETH entwickelt Roboter-Rollator

Informatiker und Robotiker der ETH Zürich haben eine Roboter-Gehhilfe entwickelt, die Senioren mobiler macht. Nun wartet Smart Walker auf einen Industriepartner, der ihm zur Serienreife verhilft.

» Von Peter Rüegg, ETH News, 01.03.2016 06:13.

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Wenn das Gehen immer schwieriger und beschwerlicher wird, verwenden etliche alte Menschen einen Rollator, eine Gehhilfe auf vier Rädern, auf die sie sich abstützen und die sie beim Gehen vor sich herschieben können. Die vorderen Räder sind lenkbar, die hinteren starr. Ein Körbchen für Einkäufe; Bremsen, damit das Gefährt bergab nicht davonrollt – so einfach ist ein Rollator ausgestattet.

Nun hat ein Team von Informatikern und Robotikern der ETH Zürich aus einem Rollator einen autonomen Roboter gemacht, den sie «Smart Walker» nennen. Das Ziel: Älteren Menschen das Gehen und Vorwärtskommen stärker zu erleichtern als dies ein normaler Rollator kann.

Wenig entwickeltes Gerät

Den Anstoss für die Entwicklung eines Roboter-Rollators gab Bertrand Meyer, Professor für Software-Engineering der ETH Zürich. «Die Idee kam mir, als meine Mutter sehr alt war und eine solche Gehhilfe benutzen musste», sagt der Forscher. Rollatoren seien nach wie vor wenig entwickelte Geräte und für gebrechliche oder stark gehbehinderte Menschen nicht ideal.

So begann eine Gruppe aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, im Rahmen der Roboscoop-Initiative im Jahr 2012 an einer besseren Lösung zu arbeiten. Roboscoop ist ein Forschungsprojekt der Professur für Software Engineering der ETH Zürich und des iHomeLab der Hochschule Luzern; als beratendes Organ beteiligt ist auch das Autonomous Systems Lab (ASL) der ETH. Finanziert wurde das Projekt von der Hasler-Stiftung im Rahmen ihres Smart World-Förderprogramms.

Das Ziel von Roboscoop ist es, Technologien und Werkzeuge zur Entwicklung von Robotik-Programmen zu verbessern. Und der Smart Walker ist als eine der bedeutendsten Anwendungen aus diesem Projekt hervorgegangen. Vier Jahre nach Projektstart ist nun der Prototyp soweit, dass die Forschenden Industriepartner suchen können, um ihr Gefährt weiterzuentwickeln und zur Marktreife zu führen.

 

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