50 Jahre Mainframe: IBMs muntere Grossrechner

Heute vor 50 Jahren lancierte IBM den Mainframe. Der Computer-Dinosaurier gilt zwar als aussterbende Art, er ist in der Schweiz und weltweit aber durchaus noch sehr lebendig.

» Von Mark Schröder , 07.04.2014 23:00.

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In der Schweiz setzen vier der fünf grössten Banken, vier der fünf grössten Versicherungen und die vier grossen IT-Dienstleister von Behörden heute auf den Mainframe. Insider sprechen von hierzulande über 50 Maschinen. Genau 50 Jahre wird der Dinosaurier unter den Computern heute alt. Am 7. April 1964 lancierte IBM das System/360, den ersten Mainframe.

Wer angesichts des nahen Endes eines Betriebssystems glaubt, auch der Mainframe wird alsbald abgeschaltet, dem führt IBM einige aktuelle Fakten vor Augen: Laut Big Blue verarbeiten Mainframes fast alle Kreditkarten-Transaktionen weltweit. Weiter befinden sich rund 80 Prozent aller Firmendaten weltweit heute auf Mainframes oder laufen über die Maschinen. Daneben werden pro Sekunde 1,1 Millionen Transaktionen über Mainframes abgewickelt (zum Vergleich: Google registriert im gleichen Zeitraum weltweit 59'421 Suchanfragen).

Für IBM ist der Mainframe offenbar weiterhin ein lukratives Geschäft. Für die Entwicklung jeder neuen Produktgeneration investiert der Konzern 1,5 Milliarden US-Dollar. Das muss sich rechnen. Aber selbstverständlich benötigen Systeme, die pro Sekunde Millionen Rechenoperationen leisten müssen, Wartung und von Zeit zu Zeit auch ein Update. Beides kostet. Wie viel Geld IBM Schweiz mit den Mainframe-Kunden hierzulande verdient, wollte Andreas Thomasch, Leiter IBM Mainframe Plattform im deutschsprachigen Raum, an einem Medienanlass in Zürich nicht verraten. «Die Schweiz zählt zusammen mit Deutschland und Österreich zu den Early Adoptern neuer Technologien», so Thomasch. Die Mehrzahl der hiesigen Kunden sind unterdessen auf die neuste Mainframe-Generation gewechselt. Seit dem Launch Mitte 2010 will Big Blue weltweit 260 Neukunden gewonnen haben – einige auch hierzulande, sagt Thomasch.

Sein Kollege Werner Stocker sieht den Mainframe als eine attraktive Plattform für Anwender an, die ihre Informatikressourcen konsolidieren wollen. Gegenüber verteilten Systemen biete der Mainframe ein Vorzüge bei der Leistungsfähigkeit, der Sicherheit und der Verlässlichkeit. Mithilfe der zugekauften SoftLayer-Technologie könnten sich auch Mainframe-Ressourcen nach Bedarf buchen lassen (wie eine Cloud), tönte der Leiter Systems & Technology Group bei IBM Schweiz eine künftige Entwicklung der Grossrechnertechnologie an.

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KOMMENTARE

Chris Burri: 08-04-14 12:31

Bei Mainframes geht es weniger um "Millionen Rechenoperationen pro Sekunde", als um deren wahrlich phänomenale I/O Leistung.

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