Netzneutralität steht auf dem Spiel

Internet-Provider dürfen gewissen Inhalten Prioritäten zuweisen, respektive anderen Content behindern. Dies hat ein Gericht in den USA entschieden. Jetzt wird ein Zwei-Klassen-Internet befürchtet.

Stein des Anstosses: Der Peer-to-Peer-Dienst Bittorrent
    

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» Von Jens Stark, 07.04.2010 10:31.

Ein Berufungsgericht in Washington, D.C., hat den Entscheid der US-Kommunikationsbehörde FCC (Federal Communications Commission) umgestossen, der es dem Kabelinternet-Betreiber Comcast verboten hatte, die Bandbreite für bestimmte Peer-to-Peer-Dienste im Web zu drosseln.

Das Gericht argumentiert, dass die FCC nicht dazu autorisiert sei, Netzneutralität durchzusetzen. Der Entscheid hat Vertreter eines offenen Internet auf den Plan gerufen. Diese befürchten nun, dass Provider darüber entscheiden können, welche Inhalte sie fördern und welche sie behindern wollen. Damit bestehe die Gefahr, dass ein Zwei-Klassen-Internet entstehen könnte.

Zudem werde die Kommunikationsbehörde weiter geschwächt. "Die FCC hat nun keine Macht mehr, Comcast daran zu hindern, nach ihrem Gutdünken Webseiten zu sperren", gibt Derek Turner, Forschungsleiter bei Free Press, einer Vertreterin von Bürgerrechten im Internet, zu bedenken.

Comcast verneint auf der anderen Seite, Webinhalte beeinflussen zu wollen. Man habe den Peer-to-Peer-Dienst Bittorrent nur behindert, weil dieser Copyrightverletzungen begünstige. Es gelte den eigenen Ruf zu schützen, und allen ehrlichen Kunden einen einwandfreien Webservice zu bieten, ist von dem Internet-Provider zu hören.

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