Helm-PC: Motorola bringt aufsetzbaren Rechner

Eine neue Erfindung soll dafür sorgen, dass man zukünftig beim Arbeiten mit dem PC die Hände frei hat. Denn der Rechner befindet sich auf dem Kopf und wird via Sprache gesteuert.

«HC1» soll Usern bei schwierigen Arbeiten Hände freihalten«HC1» soll Usern bei schwierigen Arbeiten Hände freihalten.

» Von Markus Steiner / PTE, 16.11.2012 15:21.

Die Zukunft der Computertechnologie liegt nicht allein in Smartphones oder Tablets, sondern auch in ganz spezifischen Produkten, die jeweils sehr individuelle Aufgabenstellungen lösen. Auf Basis dieser grundlegenden Annahme haben Forscher von Motorola Solutions, dem Geschäftskunden-Ableger des gleichnamigen Handyherstellers, nun einen neuartigen Rechner vorgestellt, der vom User ganz einfach wie ein Helm auf dem Kopf getragen werden kann. Der «HC1», so der Name der innovativen Entwicklung, lässt sich dabei ganz unkompliziert per Sprachkommandos steuern und soll vor allem dort zum Einsatz kommen, wo die Nutzer zwei freie Hände für ihre Arbeiten brauchen.

«Stellen Sie sich zum Beispiel jemanden vor, der ganz oben auf einem Telegrafenmast steht und dort etwas anders verkabeln muss. In dieser Situation will man sicher nicht auf einem Laptop herumfummeln müssen», wird Paul Reed, Produktmanager im Bereich Mobile Computig bei Motorola Solutions, von BBC News zitiert. Genau hier sei auch der grösste Nutzen der jüngsten Entwicklung aus eigenem Hause zu sehen. «Mithilfe unserer Technologie erhalten die Nutzer alle Informationen, die sie brauchen, und haben dabei beide Hände frei, um ihre Aufgaben sicher zu erledigen», betont Reed.

Hightech-Fahrradhelm

Auf den ersten Blick sieht der «HC1» aus wie ein hochgezüchteter Hightech-Fahrradhelm mit überdimensioniertem Headset. Bei genauerer Betrachtung springt allerdings ein sehr ausgeklügeltes, zweigeteiltes Design ins Auge. Dieses besteht aus einem größenverstellbaren Rahmen, der das Gerät auf dem Kopf des Users fixiert. Der Computerteil selbst versteckt sich im Inneren eines Metallstreifens, der seitlich entlang des Hauptes verläuft. Über einen Seitenbügel lässt sich zudem ein Miniatur-Display herunterklappen, das auf Wunsch zoombare Bilder einer ebenfalls seitlich angebrachten Kamera liefert. Die Steuerung erfolgt ausschließlich über Sprachkommandos.

Im Vergleich zu anderen zukunftsträchtigen Computerentwicklungen wie etwa Googles «Project Glass»  mutet die Motorola-Entwicklung aus designtechnischer Sicht zugegebenermaßen etwas klobig an. Im Gegensatz zur Hightech-Brille ist der «HC1» aber heute bereits fertige Produktrealität. Eigenen Angaben zufolge soll der «Helm-PC» schon 2013 regulär im Handel zu finden sein.

Spezielle Einsatzgebiete und hoher Preis

Wer jetzt ernsthaft über eine Anschaffung der Motorola-Erfindung nachdenkt, sollte aber Eines bedenken: Der "HC1" ist nicht für den Heimgebrauch, sondern für den speziellen Arbeitseinsatz in verschiedenen schwierigen Bereichen gedacht. Als mögliche Käufergruppen werden beispielsweise Wartungsingenieure genannt, die in entlegenden Gegenden ihre Arbeit verrichten müssen, und dabei auf komplexe digitale Hintergrundinfos angewiesen sind. Auch der hohe Preis von 3000 bis 4000 Dollar  dürfte wohl viele abschrecken. (www.pressetext.com)

 

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KOMMENTARE

Fässler Benno: 19-11-12 12:52

Was bitte ist ein "Telegraphemast". Ach ja, in den USA stehen solche exotische Masten noch genügend rum und fallen auch bei einer etwas steifen Brise.

Vor Fahr-Rad-FahrerInnen mit solchen "Kampfmittelaufsätzen" habe ich Angst, denn ich könnte von ihren Langsamverkehrsmitteln auf dem Fussgängerstreifen übersehen und überrollt werden.

In Zukunft haben wir vielleicht keine Bretter mehr vor dem Kopf. sondern auf dem Kopf.

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