Start-up-Monitor: Schweizer Gründer optimistisch und unkaputtbar

Laut Europäischen Start-up-Monitor beschäftigen Schweizer Start-up-Gründer im Europavergleich die meisten Mitarbeiter und gründen das Unternehmen mit ihrem Ersparten. Wie überall fehlt jedoch die Unterstützung seitens der Regierung.

» Von Susann Klossek , 06.12.2016 12:41.

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Schweizer Start-up-Gründer sind meist männlich, beschäftigen europaweit die meisten Mitarbeiter, und sind generell sehr positiv gegenüber einer Unternehmensgründung eingestellt. Helvetische Start-ups erhalten zudem im Europavergleich auch das meiste Geld. Das sind einige Ergebnisse des aktuellen Europäischen Start-up Monitors (ESM). Dieser hat das europaweite Start-up-Ökosystem, konkret 2512 Start-ups aus 18 Ländern, zum zweiten Mal in Folge genauer unter die Lupe genommen.

Der Schweizer Länderbericht wurde vom Zentrum für Innovation & Entrepreneurship der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) erstellt. Hierzulande wurde 105 Unternehmen mit disruptiven, innovativen Geschäftsmodellen/Technologien befragt, die weniger als 10 Jahre alt sind und ein signifikantes Umsatz- und Mitarbeiterwachstum aufweisen konnten.

Dabei muss erwähnt werden, dass der Grossteil der Schweizer Teilnehmer aus dem Raum Zürich und vor allem aus dem FinTech-Bereich kommt (vgl. Grafik 1), sowie die Teilnehmerzahl von 105 eher klein ist, sodass die Ergebnisse nicht vollkommen repräsentativ fürs gesamtschweizerische Start-up-Ökosystem sind.

Die Schweizer Ergebnisse im Detail

Beschäftigung: In der Schweiz ansässige Jungfirmen beschäftigen im Schnitt 13,5 Mitarbeitende, zuzüglich der Gründer (89% davon sind männlich) – das ist europaweit die höchste Beschäftigtenzahl. Der europäische Schnitt liegt bei 9,5 Mitarbeitern. Zudem planen sie, innerhalb der nächsten 12 Monate durchschnittlich weitere 5,8 Mitarbeiter einzustellen. Schweizer Start-up-Gründer sind mit durchschnittlich 36,5 Jahren im Europavergleich (29,9) auch etwas älter.

Förderung: 96,8 Prozent der Schweizer Gründer finanzieren ihr Unternehmen selbst mit ihren Ersparnissen (57,1% durch Freunde und Familie) – der höchste Wert in allen erfassten Ländern (vgl. Grafik 2). Auch Business Angels spielen als Finanzierungsquelle eine grosse Rolle. Fast die Hälfte (46%) wird durch sie unterstützt, nur Finnland (56%) profitiert noch mehr von Business Angels. Auch bei den eingesetzten Geldbeträgen liegt die Schweiz vorn: Bei 25 Prozent lagen diese zwischen 1 und 5 Millionen Euro, doch nur bei 12 Prozent aller europäischen Gründungen.

Politische Rahmenbedingungen: Die Befragten sollten auf einer Skala von sehr schlecht (1) bis sehr gut (6) auch bewerten, wie sie sich durch die Politik in Sachen Existenzgründung unterstützt und verstanden fühlen (vgl. Grafik 3). Europaweit wurde die Unterstützung seitens der jeweiligen Regierung mit Note 2,7 schlechter als im letzten Jahr (3,3) bewertet. Auch in der Schweiz fiel das Ergebnis mit 3,2 eher schlecht aus, aber immer noch besser als der Durchschnitt. Die besten Bewertungen erzielten Finnland (5,0) und Israel (4,0). Auch das Verständnis der Nationalregierungen für Start-ups ist mit Note 2,7 (Schweiz 2,9 Punkte) eher gering. Hier geht noch einiges.

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