FinTechs kaum Gefahr für Schweizer Banken

Die Produkte von FinTech-Unternehmen werden in der Schweiz nur selten genutzt. Die Lösungen sind vorerst noch kaum eine Gefahr für Schweizer Banken. Das könnte sich aber ändern.

» Von Mark Schröder , 12.07.2017 15:30.

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Die Schweizer Konsumenten sind FinTech-Muffel. Kaum ein Drittel (30 Prozent) aller Internetnutzer hierzulande verwenden regelmässig FinTech-Produkte wie Bezahl-Apps, Online-Kreditplattformen oder Versicherungsvergleiche. Die Schweiz liegt damit unter dem weltweiten Durchschnitt von 33 Prozent, ergab eine Umfrage des Beratungsunternehmens EY unter rund 22'000 Konsumenten aus 20 Ländern.

Einige der Konsumenten waren bereits 2015 schon einmal befragt worden – allerdings nicht in der Schweiz. Allerdings in Australien, Grossbritannien, Hongkong, Kanada, Singapur und den USA, wo sich die Nutzung von FinTech-Anwendungen verdoppelt hat. Für die Schweiz dürfte das ebenfalls gelten, wenn auch auf einem tieferen Niveau.

Den meisten Zuspruch erfahren FinTechs in China: Dort nutzen sieben von zehn Befragten (69 Prozent) die Technologien. Es folgen Indien (52 Prozent), Grossbritannien (42 Prozent) und Brasilien (40 Prozent). Für die überdurchschnittlich hohe Akzeptanz von FinTechs in den Schwellenländern sieht Bernhard Schneider von EY Schweiz mehrere Gründe: Erstens gibt es eine rasch wachsende Mittelschicht mit steigenden Einkommen. Zweitens ist der Zugang zu traditionellen Finanzdienstleistungen weniger gut ausgebaut als in den hoch entwickelten Industrienationen. Drittens ist die Bevölkerung jung und internetaffin, so dass sie mittels der Onlineangebote nun einfach als Kunden gewonnen werden kann. Viertens fördern immer günstiger werdende Smartphones und Internetzugänge die Nutzung von Online-Services. Aufgrund dieser Faktoren seien die Schwellenländer «ideale Ziele» für FinTech-Anbieter, auch aus der Schweiz, sagt der Senior Manager.

Starke Präsenz der Banken 

Die Schweizer Banken müssen angesichts der geringen Adaptation von FinTech-Produkten wenig um ihr Geschäft bangen. Von heute 30 Prozent wird die Nutzungsrate auf nur 44 Prozent steigen, ergab die Umfrage. Als Hauptgrund für den geringen Zuspruch sieht EY die starke Präsenz von traditionellen Finanzdienstleistern in der Schweiz.

Ähnliches dürfte für die übrigen FinTech-Muffel gelten. In Japan (heute: 14, künftig: 23 Prozent), Belgien sowie Luxemburg (13/32 Prozent), Kanada (18/34 Prozent), Holland (27/36 Prozent), Frankreich (27/40 Prozent) und Australien (37/43 Prozent) finden die FinTechs auch in Zukunft noch weniger Zuspruch als hierzulande. Global soll die Adaptationsrate von 33 auf 52 Prozent steigen, so EY.

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