7 Innovationsfelder für die Schweizer Zukunft

KPMG sieht in 7 Innovationsfeldern grosse Chancen für die Schweiz, interantional an vorderster Front mitzuspielen. Wenn sie lernt progressiver und risikofreudiger zu werden sowie gross zu denken.

» Von Susann Klossek , 22.11.2016 15:54.

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Wenn es um die Digitalisierung, also die 4. Industrielle Revolution geht, liegt der Schwerpunkt der Entwicklung im Silicon Valley oder in Asien. Die Schweiz steht diesbezüglich eher etwas hintenan, was auf Dauer der hiesigen Wirtschaft und der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Schweiz nicht gut tun dürfte. Die Schweiz muss daher, schreibt KPMG, in den nächsten Jahren lernen, mit disruptiven Kräften umzugehen und diese gezielt zu nutzen. In seinem Whitepaper «Shaping Switzerland’s digital future» skizziert KPMG mögliche Innovationsfelder und gibt Handlungsempfehlungen für eine tragfähige digitale Zukunft Helvetiens.

Zu den disruptiven Kräften zählt KPMG:

  • das Ringen um den Kunden, der aufgrund demografischer Entwicklung und sich verändernder Verhaltensweisen noch stärker ins Zentrum gerückt gehört
  • die mobile Ökonomie – über Cloud, Wlan, High-Speed-Mobilfunk, Apps verknüpfte Geräte, die die Wirtschaft mobilisieren
  • das Internet der Dinge – vernetzte Sensoren in Maschinen und anderen physischen Gegenständen, die untereinander Daten übermitteln, überwachen und sammeln
  • die Digitalisierung der Arbeit – Berufe, die durch kognitive Systeme, künstliche Intelligenz und Prozessautomatisierung durch Roboter revolutioniert werden
  • Plattform-Geschäftsmodelle – Auktionen und digitale Marktplätze, die bestehende Geschäftsmodelle abschaffen oder verändern und somit Ressourcen und Kapazitäten sparen

7 Innovationsfelder

Folgende 7 Innovationsfelder bieten der Schweiz erhebliche Chancen

Digitale Werkbank: Auslagerungen in Niedriglohnländer werden an Attraktivität einbüssen, gefragt werden Kompetenzen in Technologiebereichen wie der Datenanalyse sein. Aufgrund ihrer gut ausgebauten Infrastruktur, hoher (politischer) Stabilität sowie guter Rechtssicherheit und gutem Datenschutz hat die Schweiz sehr gute Voraussetzungen eine digitale Werkbank für die Weltwirtschaft zu werden. Vorausgesetzt, sie investiert mehr in Bildung (Global Access für Top-Talente!) und Forschung. Zudem müsste sie noch risikofreudiger werden und ihren Mangel «of thinking big» überwinden.

Datentreuhänder der Welt: Daten sind die Währung des digitalen Zeitalters. International geniesst die Schweiz einen Ruf als verlässlicher, vertrauenswürdiger Partner. Viele Datacenter und andere Infrastrukturen sind heute schon hier angesiedelt. Damit das so bleibt, muss die Politik nötige Rahmenbedingungen und die notwendige Balance zwischen Datenschutz und offener Datennutzung schaffen. Zudem fehle noch eine nationale digitale Identität.

FinTech Valley: Aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung im Banken- und Versicherungssektor hätte die Schweiz durchaus das Zeug hinsichtlich digitaler Finanzdienstleistungen führend zu sein. FinTech-Entwicklungen konzentrieren sich momentan jedoch noch zu sehr auf den kleinen Heimmarkt und werden international zu wenig bis gar nicht wahrgenommen. Hohe Lohnkosten und tiefere Produktivität sorgen zudem für zu geringe Wettbewerbsfähigkeit.

Widerstandfähige Industriesteuerungen: Die Industrie 4.0 baut auf funktionierende Kontrollsysteme und Abwehrmechanismen, ohne die Störfälle und sogar Katastrophen, zum Beispiel durch Cyber-Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke drohen. Das helvetische Know-how in Sachen Cyber Security gehört schon heute zur Weltspitze. Allerdings bedarf es nun liberaler Ansätze in der Bildungs- und Migrationspolitik, um einen Fachkräftemangel in der IT und im Ingenieurwesen zu verhindern.

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