Hier liegen die Probleme der IKT-Schlüsselprojekte

Die grössten IKT-Vorhaben des Bundes sind unter besondere Beobachtung gestellt worden. Die ersten Prüfberichte liegen nun vor. Fazit: die Projekte sind auf gutem Weg, reibungslos funktioniert aber keines.

» Von Fabian Vogt , 30.05.2014 14:34.

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Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat erstmals Prüfberichte zu den IKT-Schlüsselprojekten des Bundes vorgelegt. Einerseits liegt ein Bericht zum vergleichsweise kleinen Projekt SNAP-EESSI vor, das den EU-weiten elektronischen Austausch von Sozialversicherungsdokumenten zum Ziel hat. Und andererseits ein Bericht zu Fiscal-IT, dem Nachfolgeprojekt von Insieme.

Fiscal-IT

Fiscal-IT will alle Systeme der Eidgenössischen Steuerverwaltung ablösen, welche den «end-of-life»-Zyklus erreicht haben. Weiter sollen Prozesse harmonisiert werden, damit Support und Fach getrennt werden können. In das Programm ist auch das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) involviert.

Insgesamt hat die EFK einen guten Eindruck von Fiscal-IT erhalten, ist im Prüfungsbericht zu lesen. Trotz instabiler Rahmenbedingungen sei in kurzer Zeit einiges erreicht worden und der Wille sowie die Motivation zur Erreichung der Ziele seien spürbar. Zum heutigen Zeitpunkt könne allerdings nicht beurteilt werden, ob die gesetzten Ziele im dafür vorgesehenen Zeitraum auch wirklich umgesetzt werden können. Unter anderem, weil sich die meisten der rund 30 Teilprojekte noch im Anfangsstadium befänden. Mehrheitlich hätten sie trotzdem bereits Verzögerung.

Ein Grund für die Verzögerungen seien fehlende Fachkenntnisse. Zwar verfüge die ESTV über zahlreiche Fachleute mit dem nötigen Know-How. Die meisten Mitarbeiter hätten aber nur ungenügende Erfahrung in anspruchsvollen Projektgeschäften und ihr Tagesgeschäft müsse während der Projektlaufzeit durch andere Mitarbeiter übernommen werden. Diese Mehrbelastungen müssten irgendwie aufgefangen werden, schreibt die EFK. Nach wie vor beschäftigte zudem die INSIEME-Aufarbeitung die Mitarbeiter der ESTV und des Generalsekretariat des Eidgenössischen Finanzdepartements. Weil die Aufwände dafür teilweise enorm seien, würden Schlüsselpersonen des Projekts Fiscal-IT ihren Arbeiten nur eingeschränkt nachkommen können. Und im Bundesamt für Informatik (BIT) sei zwar die durch Direktor Giovanni Conti vorgenommene Umstrukturierung abgeschlossen, die neuen Abläufe seien aber noch nicht optimal eingespielt und in gewissen Bereichen gäbe es zu wenig Personal.

Es sei klar, dass ein grosser Druck auf dem Programm liege, der überall spürbar sei und der damit einen wesentlichen Risikofaktor für die Zielerreichung darstelle. Trotz der in den letzten Monaten geschaffenen Grundlagen werde der Erfolg des Programms davon abhängen, dass alle beteiligten Verwaltungseinheiten und involvierten Personen Fiscal-IT als gemeinsame Aufgabe verstehen und ihr Handeln dementsprechend ausrichten. Dies betreffe vor allem die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesamt für Informatik (BIT) und der ESTV.

Lesen sie auf der nächsten Seite: elektronische Sozialversicherungsdokumente

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