Die PC-Flaute gibt's, aber nicht nur wegen Windows 8

Die PC-Verkäufe stocken. Aber warum? Analysten schreiben von schlechter Wirtschaftslage und enttäuschenden Windows-8-Verkaufszahlen. Diese Antworten allein sind nicht zufriedenstellend. Jetzt taucht eine interessantere Schlussfolgerung taucht auf: PCs sind zu leistungsfähig.

» Von Fabian Vogt , 06.03.2013 13:40.

Die weltweiten PC-Verkäufe – inklusive Notebooks - nahmen im letzten Jahr um 3,7 Prozent ab, schreibt IDC in einer Analyse des letzten Jahres. Der Trend bleibt derselbe, IDC hat jedich ihre bereits im Januar publizierte Zahl um 0,5 Prozent nach oben korrigiert  und auch die Gründe für den schleppenden Verkauf sind für die Analysten die gleichen geblieben: Eine schwache Wirtschaftslage und enttäuschende Windows-8-Verkaufszahlen. Darüber hinaus prognostizieren die IDC Analysten auch für 2013 schlechten Aussichten (-1,3 Prozent der weltweiten PC-Absätze). Zwar stimmt es, dass viele Hardware-Hersteller Verluste einfahren, doch dies betrifft nicht nur die PC-Branche, sondern auch beispielsweise die Unterhaltungselektronik. Und immerhin wurden im letzten Jahr gemäss IDC 352 Millionen PCs verkauft, wahrlich kein schlechtes Ergebnis. Zudem verzichtet IDC konsequent darauf, Tablets mit einzubeziehen, weil diese «nicht das funktionale Äquivalent zu PCs sind». Darüber kann man geteilter Meinung sein. Fakt aber ist, dass mit der Tablet-Einbindung die Zahlen wesentlich besser aussehen, der PC-Markt hätte dann im letzten Jahr um 12 Prozent zugelegt

Moore's Law trägt Schuld

In diesem Sammelsurium von bekannten Meinungen und Kunstgriffen tut es darum gut, eine relativ originelle Erklärung zur PC-Flaute zu hören. Brad Chacos, IT Journalisten bei unserer Schwesterzeitschrift Networkworld, schiebt den Rückgang auf dem PC-Markt nicht der Konjunktur oder den Tablets in die Schuhe, sondern macht dafür «Moore's Law» verantwortlich. Dieses besagt, dass sich die Anzahl an Schaltkreiskomponenten auf einem Computerchip alle 18-24 Monate verdoppelt, die Leistung des PCs also in gleichem Masse zunimmt. Dieser «Power-Boost» war meistens direkt an ein neues Windows-Betriebssystem gekoppelt, so dass auf dem neuen PC nicht nur die neuste Software, sondern auch die neusten Games laufen konnten. «Heute aber kann ein PC fünf, sechs Jahre behalten werden, ohne dass Probleme auftreten», sagt Linley Gwennap von der Linley Group, eine Analystenfirma die sich auf die Halbleiter- und Prozessorenbranche spezialisiert hat.

Der Grund für das längere Haltbarkeitsdatum des PCs ist ein Bruch in Moore's Law, sagt Gwennap. «Seit 2005 ist Moore's Law nicht mehr akkurat, damals hat Intel die 'Power Wall' durchbrochen. Seither war nicht mehr der Transistor der limitierende Faktor, sondern die Leistung an sich». So habe beispielsweise die neue Sandy Bridge CPU die Leistung von PCs nur um zehn Prozent und für Laptops um 16 Prozent pro Jahr gesteigert. Neue Prozessoren sind also ihren Vorgängern nicht mehr haushoch überlegen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Keine reine CPU-Steigerung mehr

Werbung

KOMMENTARE

HP STZ: 07-03-13 10:48

Den Artikel kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Noch nie hatte ich in meiner PC-Karriere ein Gerät so lange im Einsatz wie meinen aktuellen PC. Vor 5 Jahren gekauft, habe ich in der Zwischenzeit zuerst von Vista auf W7 umgestellt und dem PC eine SSD gegönnt. Nun läuft die Kiste schneller als in den Anfangstagen.
W8 habe ich auf meinem HP TouchSmart installiert, wo es auch Sinn macht...

jürg salzmann: 06-03-13 16:18

Modern ist heute ein Märchen vorzutragen, das möglichst schön tönt, bei den Konsumenten einen AHA-Effekt auslöst und möglichst glaubwürdig tönt.
Am 26. Oktober 2012 war meines Wissens der W8-Launch, ohne moderne Hardware (Tablets mit Touch-Screens und W8-Pro) anbieten zu können. Dies ist die Tatsache und ob nun Microsoft oder die HW-Hersteller die echten Schuldigen sind, ist mir eigentlich ziemlich egal.
Jemand der sich mit IT befasste, wusste eben auch, dass da nächstens mal Tablets mit Tastaturen auf den Markt kommen würden, für welche W8 entwickelt wurde. Und wenn ein Investitiönchen in neue HW und SW gemacht werden muss, dann ist es doch nicht anders als bei einem Auto: Ich kauf doch nicht im Januar ein Modell von dem ich weiss, dass es im März mit dem neuen Modell bereits wieder zum Oldi mutiert wird. ... und Tablets mit W8-Pro sind nun erst langsam in den Regalen zu finden - 5 Monate nach dem W8-Launch!

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.