Wenn die nächste Generation übernimmt: 10 Tipps zur Nachfolgeregelung

» Von Weka / Markus Weishaupt, Yasmine Brunoni *, 27.09.2016 14:13.

5 Tipps für die Junior-Generation

1. Antritt der Nachfolge nur, wenn man es wirklich will und kann

Unternehmer sein heisst gänzlich und voll im Unternehmen aufzugehen. Der Nachfolger sollte sich deshalb folgende Fragen stellen:

  • Will ich Unternehmer sein? Genüge ich den gestellten Anforderungen und bringe ich die notwendige Motivation mit? Oder möchte ich etwas ganz anderes machen? In der Nachfolge geht es nicht nur um den Willen, sondern auch um die Nachfolgefähigkeit.
  • Will ich dieses Unternehmen übernehmen? Sagt mir die Branche zu? Kann ich mich mit dem Produkt oder der Dienstleistung identifizieren? Ist das Unternehmen attraktiv?
  • Will ich dieses Familienunternehmen übernehmen? Wie gehe ich mit dem Erwartungsdruck seitens der Familie um? Wie mit den emotionalen Generationskonflikten?

2. Karriere zuerst ausserhalb des eigenen Unternehmens

Um ein erfolgreiches Unternehmen zu führen ist es wünschenswert, dass man vor dem Antritt der Führungsposition auch Erfahrungen in anderen Realitäten gesammelt hat. Dies ist nicht nur für die eigene Charakterbildung und Kompetenzanreicherung nützlich, sondern hilft auch darin, die unternehmensinternen Scheuklappen abzulegen und wertvolle Inputs zur Lösung der Kundenanforderungen mit ins Unternehmen zu bringen. Zudem verschafft man sich Respekt und Wertschätzung, wenn man ausserhalb des eigenen Familienunternehmens beweist, dass man als Unternehmer erfolgreich sein kann.

3. Verhältnisse zum Senior und zu anderen Familienmitgliedern klären

Der künftige Unternehmer braucht bei Antritt der Unternehmensführung den Rückhalt der gesamten im Unternehmen tätigen Familienmitglieder, aber auch die Familienmitglieder, die am Unternehmen beteiligt sind, müssen die Nachfolgeregelung mittragen. Dafür muss im Nachfolgeprozess eventuelles familieninternes Konfliktpotential angesprochen und ausdiskutiert werden.

4. Anpassung des Unternehmens die Stärken der «neuen» Unternehmergeneration

Es ist ganz normal, dass der Übernehmer Herausforderungen für sich sucht. So ist es nicht unüblich, dass mit dem Generationenwechsel zum Beispiel die Internationalisierung des Unternehmens in Angriff genommen oder verstärkt wird. Doch man sollte nicht gleich alles neu erfinden, sondern vorab mit Bescheidenheit und Demut in das Unternehmen einsteigen und erst sobald man die wesentlichen Zusammenhänge erkannt und verstanden hat, sich mit Verbesserungen befassen und Änderungen einleiten, nach dem Motto: «Zuerst lernen, dann verbessern».

5. Vereinbarung von Spielregeln für den Umgang zwischen Junior- und Seniorgeneration

  • Zwischen Senior- und Juniorgeneration sollten klare Spielregeln definiert werden. Typische Inhalte solcher Regeln sind:
  • Bestimmung der Dauer des «Nebeneinander», was durchaus auch langfristig sein kann.    
  • Welche Rolle bekleidet die Seniorgeneration nach der Übergabe und welche Informationen erhält sie.    
  • Welche Rolle nehmen die anderen Familienmitglieder ein und wer erhält welche Informationen.    
  • Regelmässige Strategiegespräche: hier kann die Vorgänger Generation eventuell eine beratende Rolle übernehmen. Beraten heisst aber nicht entscheiden.    
  • Wer kümmert sich um die Unternehmenskommunikation nach aussen und innen und welche Prozesse sind einzuhalten.    
  • Eingriffe in das operative Geschäft

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