Welcher Online-Storage ist der schnellste?

In Kooperation mit Dynatrace hat Computerworld die Performance von Online-Storage-Anbietern getestet. Am schnellsten surfen MyDrive-Kunden in Solothurn. Recht langsam kommen Dropbox-Nutzer in Genf und Freiburg an ihre Storage-Daten.

» Von Michael Kurzidim , 19.11.2014 08:30.

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Der Preiskampf tobt: Anbieter von Online-Speicher lieferten sich in den letzten Monaten einen Dumping-Wettbewerb in Sachen Preis. Zehn Mal mehr Speicherplatz als die Konkurrenz, ein Terabyte zum Schleuderpreis, unbegrenzten Storage für Office-365-Kunden – so lauteten einige der Schlag­zeilen. Aber leidet unter der Rabattspirale nicht die Servicequalität? Online-Speicher ist bei Privatbenutzern und bei Firmenkunden gleichermassen beliebt, um hochkapazitiven Workload wie Videos, Fotos, Testumgebungen und megabyteschwere Backups sicher und preiswert vorzuhalten. Aber niemand will lange auf den Reload warten oder ruckelnde Videos anschauen.

IP-Label misst Schweizer Webseiten

Neben dieser einmaligen Messaktion von Dynatrace verweisen wir gerne auf unsere Partnerschaft mit IP-Label, welche permanent die Performance wichtiger Schweizer Webseiten misst (3-Monats-Durchschnitt).

Zu den Messergebnissen von IP-Label

Die Testkandidaten

Computerworld hat deshalb zusammen mit seinem Testpartner Dynatrace die Probe aufs Exempel gemacht. Fünf Online-Storage-Anbieter wurden über einen Zeitraum von zwei Wochen einem Dauertest unterworfen: MyDrive.ch, Microsoft OneDrive (ehemals SkyDrive), Amazon CloudDrive, FileSync und das populäre Dropbox. Dynatrace unterhält ein über die ganze Schweiz verteiltes Testnetz von rund 1000 Einwahl­punkten. Eine Messung von einem beliebigen Schweizer Einwahlpunkt bestand aus dem kompletten Nutzungsprozedere: Login, Upload/Download eines Dokuments und Logout. Diese Messungen hat Dynatrace 10 Mal pro Stunde und pro Anbieter von wechselnden Einwahlpunkten aus durchgeführt (Testdetails siehe Kasten).

Apples iCloud, Wuala und Google Drive fielen aus dem Testfeld. Die Gründe: iCloud ist nur für Apple-Nutzer zugänglich; Wuala verlangt die Installation von Client-Software auf dem Device des Nutzers. Google Drive sperrt – unterstellen wir einmal, aus Sicherheitsgründen – den Zugang, wenn man sich von unterschied­lichen Standorten einwählen will. Google Drive ist deshalb in unserem Szenario nicht testbar.

Zwei Engpässe

Online-Storage hat zwei Flaschenhälse: die Website des Storage-Anbieters selbst und der Übertragungsweg, also die letzte Meile hin zum Nutzer. Unsere Benchmark-Ergebnisse werfen daher ein bezeichnendes Licht auf die Servicequalität der Storage-Sites und auf die Performance der Telekommunikations-Netze/-Provider in den einzelnen Kantonen. Ein performanter Online-Storage nützt nicht viel, wenn der Anwender über ein langsames Kantonsnetz auf den Speicher zugreift. Aber auch das Umgekehrte gilt: Ein sehr schnelles Kantonsnetz und hochperformante Übertragungsraten wie G5 oder G6 bringen nur einen eingeschränkten Vorteil, wenn die Website des Online-Storage-Anbieters langsam arbeitet und viel Overhead zusammen mit den Dateien überträgt.

Zur Siegerehrung: Am besten und schnellsten surfen die Kunden des Schweizer Storage-Anbieters MyDrive im Kanton Solothurn. MyDrive offeriert die – mit Abstand – höchste Verfügbarkeit und die schnellsten Datenübertragungsraten (Datendurchsatz) unter allen Online-Storage-Anbietern – und das in allen Schweizer Kantonen. Optimale Bedingungen aber finden die Solothurner vor, die zusätzlich auch noch auf den – mit Abstand – höchsten Datendurchsatz in allen Kantonen, also auf das schnellste Kantonsnetz zugreifen können (siehe Tabelle weiter unten).

Auf der nächsten Seite: Die Rangliste der Storage-Anbieter.

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KOMMENTARE

Alessandro Meier: 17-05-16 23:59

Leider ist mydrive.ch bezüglich Sicherheit gar nicht gut. Es genügt die Website über Qualys SSL Check zu testen:
https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=www.mydrive.ch

Es wird noch RC4 verwendet. Noch schwerer wiegt die Verwundbarkeit gegenüber der Poodle Attacke!

Das war vor ein, zwei Jahren noch schlecher, aber gut ist es noch gar nicht.

Uli Renz: 14-09-15 11:25

Ein weiterer Service für den nächsten Test wäre blaucloud.de. Verschlüsselter Cloud-Speicher aus Deutschland. Jeder Nutzer erhält seine eigene Cloud-Instanz und kann unbegrenzt weitere Benutzer anlegen. Neben Dateien lassen sich Kalender, Aufgaben und Kontakte mit anderen teilen und sicher tauschen.
2 GB Kostenlos, für jeden geworbenen Nutzer erhält man 500 MB extra. Mehr infos unter https://www.blaucloud.de

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