«Glokal»: Die Arbeitsformen der Zukunft

» Von Patricia Wolf *, 28.05.2015 13:23.

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Vergleich der Konzepte

Die Konzepte, auf denen die beschriebenen neuen Formen von Arbeit und Kollaboration im Kontext von globalen Online Communities basieren, unterscheiden sich deutlich voneinander (Grafik unten).

Bei bezahltem Crowdsourcing wird Arbeit zwar abgegolten. Kollaboration und Wissensaustausch finden jedoch nicht statt und die IP-Rechte bleiben beim Auftraggeber. Im Gegensatz dazu wird der Beitrag von Nutzern zu «Open-Innovation»-Plattformen nicht bezahlt und die Rechte werden an den Auftraggeber übertragen. Darauf basierende Neuentwicklungen lässt dieser häufig patentieren. Kollaboration und Wissensaustausch finden teilweise statt - häufig im Stadium der Ideenentwicklung und vor allem zwischen den Nutzern. «Open-Knowledge-Sharing»-Initiativen legen dagegen Wert darauf, dass Wissen geteilt und durch die Nutzer gemeinsam weiterentwickelt wird; deshalb werden sogenannte «Creative-Commons»-Lizenzen verwendet. Die Mitglieder teilen Einnahmen, die sie gemeinsam erwirtschaften, meist untereinander auf: So zahlen Webshop-Besitzer, die Produkte basierend auf öffentlichen Designs herstellen und vertreiben, den Designern einen Anteil am Umsatz.

Unternehmen in der Verantwortung

Was bedeutet dies für Strategen und Manager? Generell sehen wir, dass neue Arbeits- und Kollaborationsformen im Kommen, zukünftige Ausprägungen aber bisher nur teilweise erkennbar sind. Unternehmen sollten sich darauf vorbereiten, dass virtuelle Arbeitsformen immer wich­tiger werden und klassische standortbasierte Organisationsformen abnehmen.

Beim Ausschreiben von Aufgaben über Internet-Plattformen sollten sich Unternehmen ihrer Verantwortung für die soziale Integration der virtuell Arbeitenden bewusst sein. Eine der brennenden Fragen, die «Corporate-Social-Responsibility»-Konzepte angehen sollten, ist: Wie lässt sich in den virtuellen globalen Raum ausgelagerte Arbeit auf der lokalen Ebene organisieren, damit keine soziale Isolation und gesellschaftliche Desintegration entstehen?

Gleichzeitig entstehen in «Open-Knowledge-Sharing»-Communities neue Geschäftsmodelle, die auf Werten wie Altruismus, offenem Wissens­austausch und reziproker Umsatzbeteiligung basieren. Diese Communities lassen sich von aussen nicht kontrollieren oder gar lenken. Wenn Organisationen von dieser Entwicklung profitieren möchten, wird es Zeit, Kollaborationskonzepte zu entwerfen, die eine echte Kollaboration mit User-Communities, über «Open-Innovation»-Platformen hinaus, zum Ziel haben.

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