Erfolgsrezepte für Onlineshops

» Von Susann Klossek , 30.11.2016 15:00.

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Thema Sicherheit

Das Onlinegeschäft steht aber auch noch anders unter Druck, Stichwort Betrug: «Momentan beschäftigen wir uns im Onlinebusiness vor allem mit versuchten Betrugsfällen und versuchen diese bestmöglich unter Kontrolle zu halten», sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Kommunikationsleiterin & Mediensprecherin Hotelplan Suisse.

Um die versuchten Betrugsfälle zu minimieren, optimiere Hotelplan kontinuierlich die Zahlungsmodalitäten, ohne dabei die Conversion zu verhindern oder dem Kunden unnötige Hürden beim Kauf in den Weg zu legen, erklärt Huguenin-dit-Lenoir. «Leider können wir aus Schutz für unsere Kunden nicht ausführlicher Details dazu öffentlich kommentieren. Um unser Verbesserungspotenzial zu steigern, sammeln wir Daten, veredeln diese und verbessern damit den Output (Customer-Experience).»

Laufend weiterentwickeln

«Wir sehen beim Onlinebusiness vor allem das nach wie vor sehr grosse Potenzial», sagt Ricardo-CEO Bodo Kipper. «Dieses erkennen natürlich auch andere Anbieter und damit nimmt die Konkurrenz sowohl national als auch international zu», bestätigt er. Die Bemühungen von ricardo.ch würden sich daher primär an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten. Das Produkt und die zugrundeliegende Technik müssen laufend und mit steigendem Tempo weiterentwickelt werden, so Kipper. Eine Erkenntnis, mit der er nicht allein dasteht.

«Langfristig werden nur jene Onlineunternehmen erfolgreich sein, die ihre Produkte konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden und User ausrichten, mit der Zeit gehen und Innovationen mit hoher Geschwindigkeit vorantreiben», sagt auch Olivier Rihs, CEO von Scout24 Schweiz. Es geht also um Kundennähe und schnelle Weiterentwicklung, aber auch um Synergien. Die Anzeigenmarktplätze bei Immo-, Auto- und MotoScout24 sowie anibis.ch, alles Portale der Scout24-Gruppe, würden immer stärker vernetzt und auf die Nutzung mobiler Geräte ausgelegt.

Die Entwicklungsabteilung arbeite gemäss Lean-Ansatz mit agilen Methoden, und die Marketingaktivitäten seien konsequent auf Performance ausgerichtet, erklärt Rihs. «Ziel ist es, die verschiedenen Anspruchsgruppen clever miteinander zu verbinden und ihnen den grösstmöglichen Nutzen zu bieten», so der Scout24-Chef. Dazu seien vor allem gut ausgebildete Mitarbeitende nötig – ak­tuell eine grosse Herausforderung. Nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit sind Software-Ingenieure und Online­spezialisten sehr gesucht.

Ökosystem anbieten

Es gibt aber offensichtlich immer noch Platz für neue Player auf dem heimischen Markt. Hierzulande fehle teilweise ein funktionierendes E-Commerce-Ökosystem, wie es dies in UK, Frankreich, Deutschland oder auch den USA mit Agenturen, Dienstleistern und etablierten Kommunikations- und Datenstandards bereits gebe, erklärt beispielsweise Chris Hauth, CMO von Siroop.

Die Plattform Siroop, die gerade mit Werbespots im TV auf sich aufmerksam macht, dient als Onlineshop für Onlineshops. Hier sind ein halbes Jahr nach dem Launch rund 230 Händler mit 360'000 Produkten vertreten, 1800 weitere stehen gewissermassen noch auf der Warteliste. «Sicherlich können wir uns noch im Bereich der schnellen, automatisierten Abwicklung und lückenlosen Abbildung der Prozesse von unseren Partnern zum Endkunden verbessern», so Hauth.

Zudem will Siroop die User Experience weiter optimieren. Der Shop-Shop geht die Digitalisierung des Handels und seiner Partner durch eine neue Art von Plattform (Open Commerce) an. Durch offene APIs ermöglicht es der Marktplatz, Drittparteien an seine Software anzudocken und damit Kundenprozesse einfacher und schneller zu gestalten.

«Diese APIs stehen auch Agenturen und Dienstleistern zur Verfügung, damit die Integration an und in Siroop für alle Schweizer Händler, egal ob klein oder gross, digital unerfahren oder Experte, einfacher möglich wird», erklärt Hauth. Die automatisierte Abwicklung der gesamten Kundenprozesse will Siroop über die Plattform und durch ein hauseigenes Logistiklösungspaket für E-Commerce-unerfah­rene Händler erreichen; der Händler erhält alles von der Vorwärts- bis zur Rückwärtslogistik.

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