Philips steigt aus Unterhaltungselektronik aus

Nachdem Philips erneut rote Zahlen vermelden musste, gab der Konzern bekannt, seine Unterhaltungselektroniksparte an Funai zu verkaufen.

» Von AWP, 29.01.2013 10:28.

In der Unterhaltungselektronik kämpft Philips schon seit geraumer Zeit mit der Konkurrenz aus Asien. Erst Anfang des vergangenen Jahres hatte Philips deshalb das Fernsehgeschäft in ein gemeinsames Joint Venture mit dem langjährigen chinesischen Partner TPV Technology eingebracht. Der jetzige Verkauf der übrigen Unterhaltungselektronik - wie etwa Kopfhörer, Lautsprecher, MP3 und Videoplayer - kommt nicht überraschend. Im Sommer hatte Vorstandschef Frans van Houten angekündigt «verschiedene Geschäftsmodelle» für die Sparte zu prüfen. Philips arbeitet bereits seit geraumer Zeit mit Funai zusammen.

Knapp 190 Millionen

In den USA etwa läuft der Vertrieb der Philips-Produkte bereits seit einiger Zeit über die Japaner. Nun soll Funai 187 Millionen Franken plus Lizenzgebühren für die Sparte zahlen, die ihren Hauptsitz in Hongkong hat. Der Vertrag soll zunächst für fünfeinhalb Jahre laufen und die Marke Philips bestehen bleiben. Stimmen die Behörden zu, soll alles im zweiten Halbjahr unter Dach und Fach sein.

Was die beiden Geschäftsbereiche Gesundheitstechnik und Lichttechnik angeht, so konnten diese in der Zeit zwischen Oktober und Dezember sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis zulegen. Bei der Konsumelektronik, die etwa elektrische Rasierer und Zahnbürsten umfasst, legte Philips ebenfalls zu. Dieses Geschäft ist von dem Verkauf der Unterhaltungselektronik nicht betroffen.

Gewinn im Gesamtjahr

Der Umsatz stieg im Schlussquartal von 8,3 Milliarden Franken im Vorjahr auf 9 Milliarden Franken. Unter dem Strich stand nach einem Verlust von 200 Millionen ein Fehlbetrag von 442 Millionen Franken. Dahinter stecken Sonderlasten von über 1,2 Milliarden Franken. So hat die Europäische Union Philips eine Kartellstrafe in Höhe von 635 Millionen Franken für Absprachen im Fernsehgeschäft aufgebrummt, hinzu kamen dann noch Umbaukosten.

Auf Jahressicht stand Philips indes wesentlich besser da. Nach einem Milliardenverlust im Vorjahr kamen die Niederländern auf einen Gewinn von 281 Millionen Franken. Der Umsatz legte um knapp zehn Prozent auf 30,9 Milliarden Franken zu. Dahinter steckt vor allem eine starke Nachfrage in Schwellenländern, die zum Jahresende zehn Prozent zulegten, während die Bestellungen aus den Industriestaaten mit einem Plus von einem Prozent nahezu stagnierten. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 0,75 Euro erhalten.

Prognose 2013

Die Ziele für 2013 bekräftigte Vorstandschef van Houten. In diesem Jahr soll die Gewinnspanne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) immerhin zehn bis zwölf Prozent erreichen, im vergangenen vierten Quartal lag sie wegen der Sondereffekte bei 0,7 Prozent. Auf das Jahr gesehen erreichte Philips 6,1 Prozent. Die Aktie startete nach den Ankündigungen mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent in den Handel.

Das Umbauprogramm brachte im vergangenen Jahr Einsparungen von 587 Millionen Franken. Bis 2014 sollen sie sich auf 1,4 Milliarden Franken summieren. Zum Vergleich: Die Kosten, vor allem für den Abbau von Stellen, lagen 2012 bei 310 Millionen Franken. Ende Dezember hatte Philips noch 118 087 Vollzeitstellen, das waren rund 3800 weniger als vor einem Jahr. Damit ist bereits mehr als die Hälfte des angepeilten Abbaus von rund 6700 Stellen geschafft. Insgesamt kalkuliert Philips über den gesamten Zeitraum des Umbaus mit 587 Millionen Franken an Kosten.

 

 

 

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