Führungskräfte coachen zu wenig

Es sollte viel mehr coachende Führungskräfte geben, sagen die Führungskräfte. Doch nur 20 Prozent von ihnen tun es auch selbst.

» Von Susann Klossek , 15.10.2014 15:23.

weitere Artikel

Für einmal sind sich alle Schweizer Manager einig: Es sollte unbedingt mehr coachende Führungskräfte geben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung des Outplacement-Spezialisten Lee Hecht Harrison (LHH) unter Führungskräften diverser Branchen in Deutschschweizer KMU und Grossunternehmen.

Zu wissen, dass etwas von Nutzen ist, heisst aber noch lange nicht, auch dementsprechend zu handeln. Denn obwohl alle den Nutzen des Coachings erkennen, nutzen gerade einmal 20 Prozent aller Befragten das Führungsinstrument auch im eigenen Unternehmen.

Zu wenig geübte Chefs

Dabei werden erstaunlicherweise weder fehlende Zeit noch momentan vorhandene  Führungssituationen als Hinderungsgründe angesehen. Vielmehr hemmt vor allem die Unerfahrenheit mit Coaching die Leute, selbst diesbezüglich aktiv zu werden. So glaubt denn auch fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass Sicherheit und Geübtheit des Coaches die hauptsächlichen Erfolgsfaktoren sind.

Zudem sagen 42 Prozent, dass es auch eine Kultur im Unternehmen brauche, die das Coaching begünstige. Das bestätigt auch Andreas Rudolph, Sales & Marketing Director bei Lee Hecht Harrison: «Ohne Vorhandensein einer Coaching-Kultur im Unternehmen hat das Instrument kaum eine Chance.»

Doch besonders das Verhältnis zwischen Coach und zu Coachenden macht den Führungskräften zu schaffen. Dann beispielsweise, wenn eine Person nicht gecoacht werden will, kein Vertrauen zwischen beiden Parteien vorhanden ist oder sich das Chef-Mitarbeiter-Verhältnis schwierig gestaltet. Die Zurückhaltung beim Coaching könnte allerdings auch mit der Führungsposition und den damit verbundenen Erwartungen zusammenhängen.

Denn die grosse Mehrheit sieht zwei Komponenten im Vordergrund erfolgreichen Coachings, die vom Managment in der Regel eher weniger erwartet werden, respektive nicht immer vorhanden sind: Sich selbst zurücknehmen und vor allem zuhören können.

Klare Regeln definieren

Trotzdem sehen die Meisten keinen Grund, warum Führungskärfte nicht (mehr) coachen sollten. Es sei denn es handele sich um narzistisch veranlagte Manager oder Patriarchen oder jene, die Mitarbeiter nur als Leistungserbringer sehen.

Um erfolgreich coachen zu können, sollten Manager über eine solide Coaching-Ausbildung verfügen, muss Coaching im Unternehmen anerkannt und regelmässig eingesetzt werden, und sollte dem Coaching klar definierte Arbeitszeit zugewiesen werden

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.