Sechs Security-Trends für 2017

2016 war in Sachen IT-Security rekordverdächtig, sowohl was die Art der Angriffe als auch deren Grösse betrifft. Auf Grund dessen darf von folgenden sechs Trends in der Cybersecurity ausgegangen werden.

» Von Roland Messmer, Direktor für Zentral- und Osteuropa bei LogRhythm, 09.01.2017 07:03.

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Wenn das vergangene Jahr etwas lehrt, dann ist es das: Die Folgen der Attacken von Cyberkriminellen erreichen immer grössere Ausmasse. Die Opfer müssen mit dem Verlust der Privatsphäre rechnen, mit Einbussen bei der Produktivität, mit jeglicher Form von Unannehmlichkeiten – und damit, dass ihre Glaubwürdigkeit leidet und dass sie ihre Daten nie mehr in ihre Gewalt bekommen.

2017 werden wir aus unserer Sicht folgende sechs Top-Trends in der Cybersecurity sehen:

1. Noch mehr Veröffentlichungen gestohlener Daten aus der Vergangenheit

2016 kam es häufiger vor, dass «historische» personenbezogene Daten an die Öffentlichkeit gelangten. Von LinkedIn über MySpace bis zu Dropbox und Yahoo – es ist beängstigend, wie viele umfangreiche Datendiebstähle erst Jahre nach dem Vorfall bekannt werden. Die Auswirkungen bekommt man bereits zu spüren – zum Beispiel im Fall von Deliveroo, wo man bekanntgeben musste, dass Hacker mithilfe von Anmeldedaten auf Kundenkonten zugreifen konnten, die sie weit früher in ihre Gewalt gebracht hatten. Solange Anwender dieselben Kennwörter wieder und wieder verwenden, haben es Hacker leicht: Sobald sie einmal die Log-in-Details eines Users stehlen konnten, stehen ihnen gleich mehrere Onlinekonten offen. Und auch wenn wir die genannten Fälle nun kennen: Es gibt noch viele Anbieter, die gar nicht wissen, dass sie bereits Opfer einer erfolgreichen Attacke geworden sind, und ebenso viele, die dies zwar registrieren konnten, ihre Kunden aber nicht eindrücklich genug auf die Notwendigkeit eines Kennwortwechsels hingewiesen haben. Aus diesen Gründen werden wir weiter mit Datenpannen zu tun haben, die auf bereits «historischen» Hacks beruhen.

2. Ransomware wird weiter um sich greifen

Innerhalb der letzten drei Jahre hat sich Ransomware zu einer stetig steigenden Bedrohung entwickelt. Bis vor kurzer Zeit allerdings standen dabei ungezielte, opportunistische Attacken im Vordergrund, die Privatanwender und kleine Unternehmen betrafen. Das Lösegeld, das die Kriminellen forderten, bewegte sich im überschaubaren Rahmen von ein paar hundert Franken.

Jetzt allerdings nehmen die Cyberkriminellen grössere Organisationen aufs Korn, bei denen sie kritischere Daten und Computer vorfinden – und damit Informationen, ohne die die Opfer ihr tägliches Business nicht weiterführen können und die damit für hohe Geldforderungen gut sind. Ransomware dürfte deshalb im nächsten Jahr erst richtig in Schwung kommen. Die Organisationen wiederum werden sich auf die Bedrohung vorbereiten müssen – mit besseren Backup-Strategien und der Investition in ausgefeiltere Tools, die verdächtige Aktivitäten im Netz noch rechtzeitig aufdecken, eingrenzen und stoppen.     

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