Software-Entwicklung: Scrum leicht gemacht

» Von Regina Dietiker und Peter Meyer, 25.01.2012 06:59.

weitere Artikel

Schritt für Schritt umsteigen

Mit diesem pragmatischen Vorgehen geht ein Unternehmen den ersten Schritt in Richtung agile Software-Entwicklung. Scrum gibt nur wenige Regeln vor, diese müssen aber eingehalten werden, sonst wird der erzielte Nutzen des Vorgehens nicht so gross sein. Damit bietet sich die Chance, Auswirkungen und Erfahrungen im Kleinen auszuprobieren, zu reflektieren und falls nötig Korrekturen anzubringen. Nach dem erfolgreichen ersten Schritt kann die agile Methode weiter etabliert werden, indem die Rolle des Product Owners – sukzessive für alle Projekte und Produkte – nach aussen transparent gelebt wird. So kann Scrum seinen vollen Nutzen für die Entwicklung, das Business und die Kunden entfalten.

Scrum: Entwickeln mit neuer Rollenverteilung

Scrum-Projekte erfordern eine andere Organisation als traditionelle Vorgehensmodelle. Der Fokus liegt auf dem Nutzen bzw. dem Wert eines Produkts. Ziel ist, diesen während der Entwicklung zu maximieren. Dazu sind in einem Scrum-Projekt die Rollen anders definiert: Die zentrale Figur ist der Product Owner. Er definiert und priorisiert die Features inklusive der Abnahmekriterien entsprechend ihrer Wichtigkeit.

Der Scrum Master ist verantwortlich für die reibungslose Umsetzung des Prozesses. Am Ende eines sogenannten Sprints (Iteration von 1 bis 4 Wochen Dauer) muss das Produkt potenziell auslieferbar sein. Dies wird durch die Erfüllung von klar definierten Qualitätsanforderungen, der sogenannten Definition of Done, und durch einen Abnahmetest von Interessensparteien und Product Ownern gewährleistet. So wird iterativ inkrementell entwickelt.

Das Produkt wird also nicht mehr anhand einer schriftlichen Spezifikation komplett fertig entwickelt – mit dem Risiko, dass es die Bedürfnisse der Benutzer dann doch nicht abdeckt. Vielmehr werden die Anforderungen gemeinsam mit den Interessensparteien und parallel zur Projektrealisierung so pragmatisch wie möglich, zum Beispiel mit User Stories, dokumentiert. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Business findet eine laufende Validierung statt, Richtungsänderungen können so nach Bedarf vorgenommen werden. Die Forderung, dass das Produkt am Ende eines Sprints potenziell auslieferbar ist, erlaubt eine vorzeitige Finalisierung, falls zum Beispiel der enthaltene Funktionsumfang bereits genug Wert schafft.

Scrum bedeutet jedoch keineswegs Chaos ohne Kontrolle, im Gegenteil: Klare Zielvorgaben und eine tägliche Fortschrittskontrolle bringen Transparenz.

 

Die Autoren

Regina Dietiker ist Projekt Manager und Software Engineer. Sie erlebt täglich die Herausforderung, zwischen der agilen Welt und dem traditionellen Projektmanagement zu vermitteln.

Peter Meyer ist Projekt Manager und Leiter der Software Engineering Process Group bei Zühlke. Seine Schwerpunkte sind Projektleitung, Prozess­beratung, Requirements Engineering und Coaching


Info: www.zuehlke.com, www.scrum.org

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.