«Mit optimierten Prozessen stärken Firmen den Werkplatz Schweiz»

Die Schweizer Wirtschaft steht vor grossen Herausforderungen: Technologien entwickeln sich rasant weiter, Prozesse in- und ausserhalb von Produktionsstätten werden zusammengeführt und sämtliche Firmeneinheiten stärker vernetzt. Dies verlangt von Betrieben stete Anpassungen. Im Interview geben zwei Professoren der ETH Zürich zum Thema Auskunft.

» Von ETH News, 05.12.2016 08:13.

Die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich führt seit den 1990er-Jahren bei rund 6000 Schweizer Unternehmen regelmässig Innovationsumfragen durch. Im Zentrum dieser Studie steht, wie Firmen den Zugang zu externem Wissen und moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nutzen – denn diese Faktoren unterstützen die Innovation von Prozessen, um Produktionskosten zu senken. Im Interview mit ETH-News erklären Georg von Krogh, Professor für Strategisches Management und Innovation und Autor der Studie, sowie Co-Autor Martin Wörter, Leiter der Sektion Innovationsökonomik der KOF, wie gut Schweizer Firmen bei den Prozessinnovationen wirklich sind.

Herr Von Krogh und Herr Wörter, wie gut sind die Schweizer Unternehmen bei der Einführung neuer Prozesse?

Georg Von Krogh: Die Schweizer Unternehmen schneiden sehr gut ab: Rund die Hälfte der untersuchten Firmen hat in den letzten zwei Jahren neue Prozesse eingeführt. Dadurch konnten sie im Durchschnitt 4,8 Prozent der Kosten sparen.

Ist das ein guter Wert?

Martin Wörter: Ja, das ist ein guter Wert. Grund ist auch, dass sich die Schweizer Industrie durch die relativ starke Aufwertung des Schweizer Frankens in einer wirtschaftlich angespannten Lage befindet. Ausserdem gibt es viele neue Technologien, die in Unternehmen eingesetzt werden können. Eine mögliche Reaktion darauf sind Prozessinnovationen, durch die sich die Kosten senken lassen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Von Krogh: Ich sehe Prozessinnovationen zudem auch als Gegentrend zur Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Mit optimierten Prozessen stärken Firmen den Werkplatz Schweiz.

Haben Sie dieses Resultat erwartet?

Von Krogh: Wir haben in der Schweizer Industrie eine Kultur, die auf Optimierung und Verbesserung ausgerichtet ist, und deshalb kann man von der Schweiz auch Stärke in der Prozessinnovation erwarten. Im Gespräch mit Führungskräften stellt sich oft heraus, dass sie offen für neue Technologien sind und gerade auch die Digitalisierung aufgreifen wollen.

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