Web 5.0: die Zukunft von Facebook & Co.

Für das Web 5.0 sind die Grundlagen bereits gelegt. Schon heute nutzen Schweizer Unter­nehmen das Social Web für innovative Lösungen. Morgen werden implantierte Minicomputer die heute noch verstreuten Inhalte vernetzen.

» Von Mark Schröder , 31.01.2011 06:00.

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Vor dem Spiegel setzt Emmanuel K. eine Kontaktlinse ein. Als er kurz danach das Haus verlässt, stösst er beinahe mit einer Frau zusammen, die er zu kennen glaubt. Der Mikrocomputer in der Linse startet eine Gesichtserkennung. Sekunden später zeigt das Display in der Linse die letzten Twitter-Posts und Details aus dem Facebook-Profil der Frau an. Sie entpuppt sich als Kollegin von Emmanuels Freundin, mit der er schon Badminton gespielt hat. Noch während der kurzen Begrüssung weist eine Erinnerung aus dem Terminkalender im Linsendisplay auf ein Meeting hin, das in einer halben Stunde beginnt. Emmanuel entschuldigt sich, lädt per Lidschlag noch die elektronische Zeitung in den Linsenspeicher und springt ins Tram. Hier kann er trotz Gedränge die neusten Nachrichten seiner favorisierten Quellen lesen.

Die kurze Sequenz aus einem Tagesablauf in naher Zukunft demonstriert, wie heutige und zukünftige Technologie in den nächsten Jahren zusammenwachsen können. Computer und Netzwerke werden immer kleiner, intuitiver bedienbar – und allgegenwärtig. Wenn Chips mit Spracherkennung implantiert und Displays in Kontaktlinsen eingebaut sind, benötigt niemand mehr ein iPad, das eine virtuelle Tastatur für die Texteingabe einblendet.

Das soziale Web 2.0

Vorerst müssen Inhalte aber mit herkömm­lichen Methoden in Onlinedienste wie Facebook, Foursquare, Google oder Twitter eingepflegt werden. GPS-Handys fügen Geokoordinaten automatisch hinzu, eine Technik, die vor fünf Jahren noch einem kleinen Kreis von gut betuchten Technikfans vorbehalten war. Heute hat quasi jedes aktuelle Smartphone ein GPS-Modul.

Das Verbinden und damit Anreichern von Social-Media-Inhalten – mit Ortsinformationen oder mit Daten von anderen Personen am gleichen Ort und mit ähnlichen Interessen – geschieht heute nur teilweise automatisch. Häufig wird noch der Blog mit dem Twitter-Account verknüpft oder Foursquare-Check-ins manuell mit dem Facebook-Profil verbunden. Unternehmen offerieren auf ihren Internetseiten teils riesige Linkkataloge wie AddThis (www.addthis.com), um Besuchern das «Social Tagging» zu vereinfachen. Migros Onlineladen LeShop, Office World und die Fluggesellschaft Swiss sind Beispiele aus der Schweiz, die darauf spekulieren, Profit aus den persönlichen Empfehlungen der Benutzer schlagen zu können. Noch sind dafür aber immer noch Mausklicks oder sogar Texteingaben erforderlich.

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