Low-Power-Funk treibt IoT voran

» Von Bernd Reder, 25.04.2017 15:22.

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Viele Hersteller setzen auf Doppelstrategie

Für Anbieter von IoT-Systemen wie für Anwender gleichermassen hat die Vielzahl unterschiedlicher technologischer Ansätze mehrere Konsequenzen. Einerseits sind sie nicht auf eine ein­zige LPWAN-Infrastruktur angewiesen, die wenige Netzbetreiber kontrollieren. Andererseits ist es schwer, diejenige Technik zu finden, die sich letztlich auf dem Markt durchsetzen wird. Daher verfolgen etliche Anbieter von Mess-Systemen und Verbrauchszählern eine Doppelstrategie. Ein Beispiel dafür ist Zenner International. Der Hersteller von Strom-, Wärme- und Wasserzählern, Rauchmeldern sowie Fernauslesesystemen aus Kirchheim bei München setzt auf zwei LPWAN-Techniken: Sigfox und LoRa.

Auch die Anbieter von Telekommunikationsdiensten verfahren nach diesem Muster. So schlossen Sigfox und der spanische TK-Konzern Telefónica im Februar 2017 ein Abkommen, um IoT-Services weltweit zu vermarkten. Telefónica integriert im Rahmen der Zusammenarbeit die Low-Power-Technik von Sigfox in seine IoT-Connected-Plattform.

Der Mobile World Congress (MWC) Ende Februar in Barcelona liess erkennen, in welche Richtung sich die Netzwerktechniken für das Internet der Dinge entwickeln könnten. Ein Schwerpunkt dürfte die verstärkte Nutzung der Mobilfunk-Infrastruktur sein. So arbeitet der 3GPP-Verbund an neuen Topologien wie Multi-Hop-Mesh. Diese Struktur erlaubt es Geräten, die sich ausserhalb der Reichweite des Netzes befinden, ein anderes System als Relais zu verwenden. Voraussetzung ist, dass der Relais-Knoten Zugang zu einer Narrowband-Infrastruktur hat.

«Ein weiterer Trend ist die Bereitstellung von privaten Internet-of-Things-Netzwerken, etwa auf Grundlage von Techniken wie MulteFire", sagt Hamed-Reza Nazeman von Qualcomm. Sie ermöglichen es beispielsweise Minen oder Bohrinseln, die keinen Zugang zu einem kommerziellen Mobilfunknetz haben, ihr eigenes privates Netzwerk aufzubauen. Multe­Fire nutzt das lizenzfreie 5-GHz-Spektrum für LTE-Services.

Die eine universelle Technologie, mit er sich alle Anwendungsfelder abdecken liessen, gibt es allerdings nicht, erklärt Nazeman. «Unterschiedliche IoT-Anwendungen erfordern individuelle Lösungen. LTE eignet sich hervorragend für Anwendungen, die eine starke Sicherheit, flächendeckende Abdeckung und hohe Quality of Service benötigen.»

Übertragungstechniken wie Bluetooth, WiFi und ZigBee wiederum seien eher für die nähere Umgebung und Lösungen mit kurzer Reichweite gedacht. «Wir sehen die Notwendigkeit dieser Verbindungslösungen auch bei der Verbindung mit IoT. Sie ergänzen die Funktionen, die zelluläre Technologien wie NB-IoT bereitstellen», so Nazeman.

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