Daten sind die Superstars der Digitalen Transformation

Der Erfolg der Digitalen Transformation hängt davon ab, ob es einem Unternehmen gelingt, den Umgang mit Daten neu zu denken. Dazu braucht es eine Strategie.

» Von Christoph Höinghaus*, 10.10.2016 11:15.

* Christoph Höinghaus ist seit 2013 CEO der IT-Dienstleisterin Trivadis. Er ist Diplom-Betriebswirt und hat an der HTW Chur einen MBA-Abschluss erworben.

Immer mehr Unternehmen in der Schweiz sind heute daran, die Digitale Transformation umzusetzen oder zumindest zu planen. So zeigt der «Digital Maturity & Transformation Report 2016» der Universität St. Gallen und des Strategieberatungsunternehmens Crosswalk, dass 80 Prozent der über 400 am Report beteiligten Schweizer Unternehmen einen mittleren Reifegrad aufweisen, was ihre digitale Maturität betrifft. Die im Report definierten neun Dimensionen des Digital-Maturity-Models – Customer Experience, Produktinnovation, Strategie, Organisation, Prozessdigitalisierung, Zusammenarbeit, ICT-Betrieb und -Entwicklung, Kultur & Expertise sowie Transformationsmanagement – bedingen in den meisten Fällen, dass Unternehmen den Umgang mit Daten überdenken oder sogar neu definieren. Um den digitalen Reifegrad systematisch weiterzubringen, sind sie also gut beraten, eine umfassende Strategie für den Umgang mit Daten zu entwickeln. Denn Daten sind der Kern der Digitalisierung.

Oft fehlt eine Gesamtsicht auf die Daten

Die neuen Möglichkeiten beim Umgang mit internen und externen Daten, die sich unter den Begriffen Big Data und Data Science zusammenfassen lassen, veranlassen viele Unternehmen dazu, ihre Entscheidungsmethoden und ihre Arbeitsweise umzudenken: von einem hierarchisch-prozessorientierter Ansatz zu einem datenorientierten. Es werden Initiativen und Schulungsprogramme gestartet, um das datenorientierte Arbeiten zu etablieren. Damit sollen auf der einen Seite die neuen Möglichkeiten des Umgangs mit Daten in der Organisation verankert und andererseits die Entscheidungsmechanismen so angepasst werden, dass die Erkenntnisse aus den Fakten auch tatsächlich handlungsrelevant werden. Dies setzt jedoch voraus, dass Daten umfassend bereitgestellt und genutzt werden können. Und davon sind noch viele Unternehmen weit entfernt, da eine Gesamtsicht auf die Daten fehlt.

Daten ihrem möglichen unternehmerischen Wertbeitrag entsprechend zu nutzen, bedeutet in jedem Fall, eine Gesamtsicht auf die Informationsflüsse in und um das Unternehmen zu etablieren. Es bedeutet aber auch, die bestehenden Informationssysteme so zu verändern, dass Daten zum richtigen Zeitpunkt in guter Qualität am richtigen Ort in interpretierbarer Form zu Verfügung gestellt werden können. Und das geht definitiv über die Etablierung einer Big-Data-Infrastruktur oder die Gründung einer Data-Science-Abteilung hinaus. Ein längerfristiges Programm ist notwendig. Ein Programm, das die Art und Weise, wie das Unternehmen in Zukunft Daten als zentrales strategisches Element nutzen will, umsetzt. Die Basis eines solchen Programmes ist eine Strategie, die als Bindeglied zwischen der Unternehmensstrategie und der IT-Strategie etabliert werden sollte – die Informationsstrategie.

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