Best Practices: Virtualisierung mit Dedup-Faktor

Der Megatrend heisst Virtualisierung. Computerworld sprach mit Netapps David Dale über Best Practices, Virtualisierungstrends und die Grabenkämpfe der grossen Anbieter.

» Von Michael Kurzidim, 26.04.2010 18:04.

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www.David Dale ist Industry Evangelist und Director Industry Standards beim Storage- und Netzwerk-Spezialisten Netapp. In der Schweiz gehören unter anderem Swisscom, Bernmobil, green.ch, die Incore Bank und Sulzer zum Kundenstamm des Unternehmens.

Computerworld: Herr Dale, Netapp partnert mit VMware. Das Unternehmen beherrscht zurzeit den Markt. Gibt es eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die Virtualisierungslösungen von VMware?
Dale: VMware ist sehr früh gestartet, ging sehr agressiv in den Markt und hat ein breites Produkt-Portfolio aufgebaut. Zwar verfügt auch die Konkurrenz über die Virtualisierungs-Basistechnologie, nicht aber über das breite Angebot. Ich glaube, dass VMware zurzeit einige Jahre Vorsprung hat. Zwar geht auch Microsoft sehr aggressiv in den Markt, wird aber noch einige Jahre brauchen, um aufzuschliessen.

Microsofts Hyper-V ist noch nicht konkurrenzfähig?
Ich glaube nicht. Microsoft hat eine gute Basis, kann aber mit VMware noch nicht mithalten. Microsoft arbeitet stark an der Architektur und der Bedienfreundlichkeit seiner Produkte. Das ist ein ganz anderer Markt als der, den VMware bedient. VMware verdient Geld mit einem Nichts aus Virtualisierungstechnologie, Microsoft versucht, seine Marktposition zu verteidigen.

Server- und Storage-Virtualisierung sind mittlerweile gebräuchliche Technologien. Heisst der grosse Trend heute Desktop-Virtualisierung, wie viele behaupten?
Tatsache ist: Als VMware mit seiner Virtualisierungstechnologie auf dem Markt kam, waren viele Unternehmen zunächst sehr skeptisch. Desktop-Virtualisierung, gar nicht Server und Storage, wurde damals als die grosse Killer-Applikation gehandelt, auch weil sie Kunden leichter zu erklären ist. Ironischerweise hat sich der Markt aber ganz anders entwickelt. Heute ist Desktop-Virtualisierung der Nachzügler. Deduplizierung, eigentlich eine Storage-Technologie, vereinfacht aber auch die Virtualisierung von Desktops, wo tausende von Images abgespeichert werden müssen. Es kommt darauf an, teuren Primärspeicher zu reduzieren. Desktop-Virtualisierung dedupliziert sehr gut und realisiert signifikante Einsparpotentiale.

Leidet durch Effizienztechnologien wie Deduplizierung und Verschlüsselung nicht die Performance?
Eigentlich nicht, denn jedes Disk Array arbeitet unter einem eigenen Betriebssystem mit eigenem Caching. Die Geschwindigkeitsbremsen sind die mechanischen Schreib- und Lesezugriffe, und deren Anzahl wird durch Deduplizierung und Verschlüsselung reduziert. Solid State Disks, heute noch sehr teuer, werden in Zukunft eine viel grössere Rolle spielen. Auch dadurch geht die Anzahl der Stellspindeln, der mechanischen Teile, zurück.

Konkurrent EMC partnert mit Cisco und VMware und hat Anfang des Jahres sogenannte vblocks - vorkonfigurierte Storage-Appliances - auf den Markt gebracht. Warum macht Netapp das nicht auch?
Auch Netapp partnert mit Cisco und VMware, aber das Konzept der vorkonfigurierten Appliances hat uns nicht richtig überzeugt. Wir glauben, dass Kunden eine Best-of-Breed-Auswahl wollen. Partnerschaften werden aus ganz unterschiedlichen Gründen eingegangen, und nicht immer steht der Kunde im Vordergrund. Am meisten hat Cisco von der Alliance mit EMC profitiert, denn Cisco wollte unbedingt einen Fuss in den EMC-Markt bekommen. EMC wiederum hat mit Cisco seine High-Profile-Accounts gefestigt und VMware war sehr ambivalent eingestellt, hat sich eher gesagt: Warum eigentlich nicht? VMware muss aus marktstrategischen Gründen mit allen grossen Providern partnern. EMC und Cisco sind da nur zwei von vielen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wo und wann der Virtualisierungsmarkt boomt...

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