Salesforce-Integration mit dem ERP-System

Unternehmen, die Teile ihrer Geschäftsdaten und -anwendungen in die Cloud auslagern, setzen oft auf CRM-Systeme wie Salesforce. Diese müssen eng mit den ERP-Systemen verknüpft sein, um die Geschäftsprozesse zu vereinfachen. Spezielle Integrations-Plattformen helfen.

» Von Jürgen Mauerer, Computerwoche.de, 12.01.2015 15:19.

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Unternehmen, die eine CRM-Lösung von Salesforce.com einsetzen, müssen diese mit ihrer bestehenden IT-Umgebung und Software-Landschaft verknüpfen. Besonderes Augenmerk gilt hier der Integration mit dem ERP-System, um durchgängige Geschäftsprozesse zu realisieren und das Potenzial des CRM-Systems voll auszuschöpfen. Denn Insellösungen sind mit vielen Nachteilen verbunden. Dazu gehören doppelte Datenhaltung oder Mehraufwand durch die Arbeit mit unterschiedlichen Anwendungen. Zentrale Fragen lauten: Wie gelangen Kundendaten aus Salesforce in das ERP-System und umgekehrt Stammdaten aus dem ERP-System in die Salesforce-Lösung? Wie lassen sich Salesforce und die ERP/SAP-Welt integrieren?

Grundregel: Mastersystem festlegen

«Technisch ist die Integration zwischen Salesforce CRM und einem lokal installierten ERP-System wie SAP relativ einfach, da es mittlerweile bewährte Tools und Integrations-Plattformen gibt», erläutert Robert Santner, Managing Partner bei der Nefos GmbH. «Die Herausforderung liegt vor allem in der Konzeptphase, da nur selten ausschliesslich Daten zwischen den beiden Welten übertragen werden. Die Integration umfasst meist auch Businesslogik beziehungsweise Geschäftsprozesse. Das macht die Sache komplexer.» Santner spricht hier aus Erfahrung, da die Nefos GmbH als Platinum Cloud Alliance Partner von Salesforce.com mittlerweile rund 250 Integrationsprojekte für seine Kunden umgesetzt hat.

Als Grundregel empfiehlt er Unternehmen, das ERP-System als Mastersystem für Bestandskunden, deren Stammdaten sowie natürlich die Aufträge und deren Abwicklung zu verwenden, das CRM-System als Master für neue und potenzielle Kunden. Ein Beispiel: Ein Vertriebsmitarbeiter einer Maschinenbau-Firma spricht auf einer Messe mit Standbesuchern, sprich potenziellen Neukunden. Er trägt deren Daten in das CRM-System ein, ergänzt später den Besuchs-Bericht, weitere Akquise-Aktivitäten oder auch ein Angebotsschreiben. Nimmt der Kunde den Auftrag an und schliesst einen Kaufvertrag ab, werden die Daten automatisch in das ERP-System übertragen, der Kunde wird dort als Datensatz angelegt. Damit werden im ERP-System die mit einem Auftrag verbundenen Prozesse (Bestätigung, Rechnung etc.) ausgelöst.

Die Übertragung erfolgt hier meist asynchron. Umgekehrt benötigt der Vertriebsmitarbeiter im CRM-System für die Angebotserstellung beispielweise Informationen über Verfügbarkeit und Preisfindung. Diese liegen im ERP-System und umfassen Rahmenkonditionen, Mengen-Rabatte etc. Diese Daten sollten inklusive Business-Logik möglichst in Echtzeit (synchron) von der ERP-Lösung nach Salesforce übertragen werden.

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