Die Zeit ist reif für AR

Als Hype-Thema ist Augmented Reality schon seit einiger Zeit bekannt. Jetzt ist die Technik endlich bereit für erste Anwendungen mit echtem Mehrwert.

» Von Robert Adelmann*, 28.03.2017 11:10.

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Der Einsatz von Augmented Reality (AR) ist nicht neu, spezialisierte Systeme sind seit Längerem im Einsatz. Doch die AR erlebt zurzeit eine Renaissance. Im Fahrwasser der Mobilindustrie gab es in den letzten Jahren grosse Fortschritte im Bereich der Sensor-, Display-, Funk- und Batterietechnologie. Die heutigen Geräte sind wesentlich leistungsfähiger, viel leichter verfügbar und kosten noch einen Bruchteil. Bekannte Beispiele einer neuen Generation von Geräten sind die HoloLens von Microsoft sowie Googles Tango-Plattform im Mobilbereich.

Noch gibt es Schwächen. Zum Beispiel ist das Sichtfeld der HoloLens sehr eingeschränkt. Drei wesentliche Meilensteine wurden jedoch erreicht:

  1. Technologisch anspruchsvolle Aspekte funktionieren bereits erstaunlich gut, beispielsweise das markerlose Erfassen und Tracken der Umgebung.
  2. Statt um Spezialsysteme handelt es sich um offene Plattformen, die vielfältig genutzt werden können.
  3. Da es sich primär um Consumer-Technologie handelt, ist zu erwarten, dass die Systeme weiterhin rasch leistungsfähiger, kleiner und günstiger werden.

Augmented Reality wurde und wird als klassischer Begriff für das Anreichern realer Welten mit virtuellen Informationen (visuell oder anderweitig) verwendet. Von Microsoft geprägt, setzt sich jedoch zunehmend der Begriff Mixed Reality (MR) durch. Letzterer betont das notwendige vertiefte Verständnis des Kontexts und der realen Welt etwas stärker.

Schub durch Game-Industrie

Noch vor wenigen Jahren erforderte die Entwicklung von MR-Lösungen viel Spezialwissen. Heutzutage wird kaum eine MR-Anwendung von Grund auf neu entwickelt – der Aufwand wäre unbezahlbar. In der Regel wird eine Game-Engine wie Unity3D oder Unreal eingesetzt. Diese bieten zusätzlich umfangreiche, angebundene Ökosysteme: von Asset-Stores zum Bezug von 3D-Modellen, Texturen und Physics-Engines bis hin zur Integration von Spezial-SDKs. Im Mobile-AR-Umfeld ist das SDK von Vuforia sehr verbreitet, welches das Tracking von speziellen visuellen Markern, Bildern oder 3D-Objekten ermöglicht. Ebenso sind Spezial­lösungen absehbar, z. B. Scandit für das Scanning von Barcodes. Parallel zur Technologie ist in der Medien- und Spielebranche auch das Know-how gewachsen. So gibt es zum Beispiel zahlreiche Job-Profile und Experten für die Erstellung von 3D-Inhalten. Entsprechende Experten sind im Agenturumfeld derzeit sehr gesucht.

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