SBB: Digitalisierung des Zugverkehrs

Die SBB entwickelt IT-Anwendungen für einen optimalen und sicheren Schienenverkehr. Die Grundlage bilden 5000 Parameter aus dem Bahnbetrieb, die in Echtzeit verarbeitet werden.

» Von Wolfgang Kelz, 17.06.2015 11:00.

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Wolfgang Kelz ist Country Sales Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei Tibco.

Das Schienennetz der Schweizerischen Bundesbahnen ist das am dichtesten befahrene Bahnnetz der Welt. Die SBB befördert jedes Jahr etwa 350 Millionen Fahrgäste und fast 50 Millionen Tonnen Güter auf ihren Trassen. Das Streckennetz von rund 3000 Kilometern umspannt eine Fläche von 41'000 Quadratkilometern. Aus geografischen und finanziellen Gründen ist der Ausbau nur sehr eingeschränkt möglich. Um Ziele wie höhere Auslastung bei gleichbleibendem Komfort und maximaler Sicherheit sowie geringerem Energiebedarf zu erreichen, setzt die SBB auf grössere Effizienz. Die Konsequenz: Auf dem vorhandenen Gleisnetz müssen mehr Züge in geringerem Abstand fahren.

10'000 Signale pro Sekunde

Zur Zielerreichung setzt die SBB massiv auf Technologie. Das selbst entwickelte Rail Control System (RCS) unterstützt 300 verantwortliche Disponenten dabei, den landesweiten Personen- und Güterverkehr auf der Schiene zu überwachen und zu steuern. Dafür verarbeitet das System laufend riesige Datenmengen: Pro Sekunde fliessen circa 10'000 Statusmeldungen und Informationen aus den mehr als 780 Bahnhöfen und Haltestellen sowie von 1000 Zügen aus dem Streckennetz. Dazu gehören unter anderem Meldungen aus der Leittechnik wie Zugstandorte und Lenkdaten oder Formationen, Umläufe und Sperren aus den Planungssystemen.

Kombiniert man all diese Daten, entsteht eine Gesamtschau auf das Streckennetz und alle sich darin bewegenden Züge im Regional-, Fern- und Güterverkehr. Um diese Datenflut zu bewältigen, braucht es eine Infrastruktur, die in der gebotenen Geschwindigkeit mit dem enormen Datenvolumen zurechtkommt.

Bei der Wahl des Anbieters für diese Infrastruktur entschied sich die SBB für den Lieferanten Tibco. Die Lösung wurde gemeinsam mit einigen anderen Produkten einem Belastungstest unterzogen. Das Resultat: Allein die Messaging-Plattform Tibco Rendezvous war in der Lage, zuverlässig die grossen Datenmengen zu verarbeiten, bei der SBB rund 1,5 Terabyte pro Tag.

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