«Ich kaufe kein Auto mehr, sondern Mobilität»

» Von Michael Kurzidim*, 09.03.2017 15:15.

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Erfahrungen aus der Praxis: das IoT-Projekt der Amag

Technisch besteht die Lösung aus zwei Komponenten: Der Software SAP Vehicle Insights, basierend auf der SAP Cloud Platform, und einem Dongle, der das Fahrzeug drahtlos mit der Cloud verbindet. Dieser meldet Daten wie Tempo, Ort, Kraftstofffüllstand oder Kilometerstand.
Die IT-Projektleiter auf Amag-Seite, Damir Cvitkovic und Ariane Schuder, haben viel aus dem Pilot gelernt. Rückblickend habe alles tipptopp geklappt, resümiert Cvitkovic. Allerdings habe es eine spürbare Zurückhaltung bei den Mitarbeitenden gegeben, was die Erfassung der Daten angeht. Faktisch werde jede Bewegung eines «verdongelten» Fahrzeugs aufgezeichnet. Das könne ein mulmiges Gefühl hervorrufen, erklärt IT-Projektleiterin Ariane Schuder. «Wir haben eine Lösung mit sehr grossem Potenzial ins Leben gerufen, die jedoch auf die Akzeptanz der Nutzer angewiesen ist», betont sie. Deshalb wurde ein «Privacy Mode» eingeführt, mit dem die Fahrer die Daten einer Fahrt für andere ausblenden können. Die Fahrer entscheiden selbst, wer was sehen darf. Auch das sei der Sinn von Pilotprojekten, unterstreichen Schuder und Cvitkovic: Bedürfnisse aufseiten der Anwender zu ermitteln und darauf einzugehen. Ausserdem geht es darum, die Massentauglichkeit der Lösung zu testen. Was mit 20 Fahrzeugen klappt, funktioniert nicht automatisch auch mit 800. Derzeit wird nur ein Teil der verfügbaren Daten ausgewertet. Es gibt noch viel Potenzial für zukünftige Anwendungen, z. B. Predictive Maintenance: Wenn jemand sein Fahrzeug oft im höheren Drehzahlbereich fährt, lassen sich Rückschlüsse auf die Lebensdauer bestimmter Verschleissteile ziehen.
Die Amag führt momentan Gespräche mit Partnern, die Dienstleistungen rund um den Mobilitätsmarkt anbieten, um für ihre Kunden nützliche Pakete zu schnüren. Wartung, Kraftstoffbeschaffung, Car Wash und Servicebetriebe – es gibt viele Möglichkeiten.

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KOMMENTARE

Matthias Wohlgemuth: 10-03-17 10:23

Dann schon lieber komplett selbst fahrende Autos die mir nicht mehr gehören und für deren Fahrweise ich keine Verantwortung übernehmen muss. Die ganze Überwachung wird dazu führen, dass die Versicherungen nichts mehr bezahlen, die Autohersteller Garantien ablehnen und die Autovermietung alle möglichen "Schäden" verrechnet.

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