Tipps für ein effizientes Compliance-Management

Der Regulierungsdruck seitens des Gesetzgebers wächst ständig. Kosten und knappe Ressourcen verlangen nach pragmatischen Lösungen. Beides macht eine unternehmensweite Anpassung von Organisationsstrukturen, Prozessen und Systemen notwendig.

» Von Susann Klossek , 06.06.2014 10:17.

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Der Gesetzgeber fordert für die verschiedensten Branchen ständig neue Regeln und Sicherheiten für das Geschäft. Basel III, Solvency II, Facta sowie Datenschutz und -sicherheit sind nur einige Beispiele, womit Unternehmen heute an die Kandare genommen werden. Aber auch die Unternehmen selbst gehen häufig Selbstverpflichtungen ein, um einen hohen Integrationsstandard gewährleisten zu können. «Die Rolle von Compliance hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt: weg vom reinen Erfüllen gesetzlicher Regelungen, hin zu einer Schlüsselvoraussetzung für die effektive Umsetzung von Unternehmensstrategien», sagt Cristian Manganiello, Director Risk Assurance bei Price­waterhouseCoopers (PwC). Der effiziente Umgang mit den gestiegenen Comp­liance-Anfor­derungen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Unternehmensführung geworden. Um die Flut neuer Regulierungen und Risiken zu be­wältigen, müssen Unternehmen weiterhin in Systeme und die Ausbildung der Mitarbeiter investieren und sich auf die veränderten Rahmen­bedingungen einstellen.

Doch wie lassen sich Verhaltensmassregeln, Gesetze und Richtlinien mit möglichst wenig Aufwand einhalten und ist die effektive Einhaltung dieser Vorschriften überhaupt nachweisbar? Ja, sagt Manganiello, mit intelligenten Ansätzen und Programmen. Dabei müssen Risiko-Management, Compliance-Management und interne Kontrollsysteme aufeinander ab­gestimmt sein, um eine ganzheitliche Betrachtung zu unterstützen. Firmen, die einen unternehmensweiten, integrierten Compliance-Ansatz verfolgen, erschliessen sich damit diverse Effizienzpotenziale. Zum einen lassen sich durch effektiven Technologieeinsatz und variablen Personalaufwand Kosten reduzieren. Zum anderen können mittels Standardisierung die Kontrollen und alle damit verbundenen Dokumentationen über Geschäftsbereiche und Länder hinweg rationalisiert werden. Wird das qualifizierte Personal gezielt für wichtige Aufgaben und Risikothemen eingesetzt, bleibt der Personalaufwand flexibel und kostengünstig. Beispielsweise lassen sich reine Einhaltungsprüfungen sehr gut auch outsourcen.

Synergieeffekte nutzen

Als Grundvoraussetzung für ein effizientes Compliance-Management sieht Manganiello die Abstimmung sämtlicher Stakeholder auf strategischer Ebene. Ein Vergleich der Erwartungen der verschiedenen Interessengruppen zeige dabei in erster Instanz die unterschied­lichen Perspektiven auf. «Das Verständnis für den Zweck der Compliance und die daraus abgeleiteten Aktivitäten können wesentlich voneinander abweichen», weiss der Wirtschaftsprüfer. Einmal erhoben, lassen sich die Erwartungen im Unternehmen konsistent nachvollziehen, einheitlich kommunizieren und folglich auch einfacher umsetzen.

Ausserdem werden Compliance-Funktionen bis dato häufig in verschiedenen Geschäfts­bereichen abgebildet. Viele Unternehmen führen auf neue regulatorische Anforderungen abgestimmte Prozesse beispielsweise zeitlich gestaffelt ein. «Mit der wachsenden Komplexität geht jedoch oft der Überblick verloren, inwieweit diese Prozesse gemeinsame Kontrollen nutzen», sagt Manganiello. Sein Tipp: Synergien optimal ausschöpfen, denn ein integrierter Compliance-Ansatz verringert die Komplexität und schafft mehr Transparenz hinsichtlich bestehender Risiken und der Einhaltung von Regeln.

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