Internet der Dinge: Alles ist hackbar

Ob Joggingschuhe, Zahnbürsten oder ganze Industrieanlagen: Immer mehr Dinge werden mit dem Internet verbunden. Einmal mehr bleiben dabei Sicherheit und Datenschutz aussen vor.

» Von Jens Stark , 22.05.2014 06:00.

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Noch streiten sich die Marktforscher, wie viele «Dinge» in den nächsten Jahren tatsächlich ans Internet angeschlossen werden: Während Gartner von bis zu 26 Milliarden «Einheiten» spricht, die 2020 am «Internet der Dinge» hängen werden, rechnet Konkurrentin IDC mit 32 Milliarden Objekten. Eine Studie des Netzwerkspezialisten Cisco Systems kommt sogar auf 50 Milliarden Geräte. Das Potenzial ist sogar noch gewaltiger: IDC geht davon aus, dass knapp 200 Milliarden Objekte grundsätzlich mit dem Internet verbunden werden könnten. Zum Vergleich: Heute hängen «nur» 14 Milliarden am Netz.

Wer auch immer recht behalten wird, sicher ist, dass eine Vielzahl von Geräten in naher Zukunft über eine IP-Adresse verfügen und diese grundsätzlich sowohl von deren rechtmässigen Besitzern als auch von Hackern kontaktiert werden könnte. Damit wären wir schon mitten im Schlamassel, den auch die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) in ihrem letzten Halbjahresbericht (II/2013) andeutet: «Auf jedes System, das legitimen Fernzugang erlaubt, kann grundsätzlich auch unberechtigt zugegriffen werden, sei dies direkt oder durch Infiltration eines zugangsberechtigten Geräts, denn es gilt nach wie vor: Alles, was über das Netz erreichbar ist, ist hackbar.»

Vielschichtige Gefahren

Die Sicherheitsprobleme des Internets der Dinge sind vielschichtig. Sie reichen vom Verlust der Privatsphäre bis zur Sabotage ganzer Industriezweige mit ungeahnten Auswirkungen auf Regionen und Nationen. Laut Peter Brandt, Senior Software Engineer bei der Zürcher Ergon Informatik und dort auf eingebettete und mobile Software-Lösungen spezialisiert, kommt die Gefahr aus zwei Richtungen. Zum einen ist eine «Kompromittierung der Systeme» möglich. Dieses Hijacking von Sensor- und Aktornetzwerken könne unter anderem zur Erpressung genutzt werden. Dabei gelte: «Je grösser das kompromittierte System, desto grösser der Hebel.»

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