Auf dem Weg zu einer digitalen Bibliothek

Immer mehr Publikationen werden elektronisch herausgegeben und im Web, per Tablet oder Smartphone zeit- und ortsunabhängig konsumiert. Die Schweizerische Nationalbibliothek hat ihre IT-Strategie entsprechend angepasst.

» Von Hansueli Locher und Dr. Dimitrios Tombros, 02.11.2011 06:00.

weitere Artikel

Hansueli Locher ist Leiter Digitale Dienste Schweizerische Nationalbibliothek. Dr. Dimitrios Tombros ist Berichsleiter Informationsmanagement der AWK Group.

Die Zukunft ist digital, das Papier bleibt: Dieser Satz umschreibt in wenigen Worten die IT-Strategie der Schweizerischen Nationalbibliothek (NB) für die nächsten fünf Jahre. Die Bestände der 1895 gegründeten Bibliothek umfassen aktuell rund 5,2 Millionen Einheiten. Jedes Jahr kommen weitere 50000 bis 60000 hinzu. Der Auftrag der Nationalbibliothek: sammeln, erschliessen, erhalten und vermitteln gedruckter oder auf anderen Medien gespeicherter Information, die einen Bezug zur Schweiz hat (Nationalbibliotheksgesetz, 1992).

Um diesen Auftrag erfüllen zu können, muss sich die NB dem veränderten Produktions- und Nutzungsverhalten der digitalen Welt anpassen. So soll z.B. der Zugang zu Katalogen und Publikationen mit mobilen Endgeräten wie Tab-lets, Smartphones, E-Book-Lesegeräten etc. ermöglicht werden.

Andererseits muss das bibliothekarische Angebot auch einen sichtbaren Platz in der modernen Informationsgesellschaft einnehmen. Dies ist zum einen mit einer prominenten Platzierung der Inhalte in Suchmaschinen wie Google und Bing zu erreichen, zum anderen mit der Integration der Kataloge in Verbünde. Die NB ist bereits an mehrere schweiz- und europaweiten Katalogverbünde oder Portale angeschlossen (swissbib.ch, theeuropeanlibrary.org etc.), weitere wie ww.e-lib.ch folgen. Um das Zielpublikum zu erreichen, ist zudem die Präsenz in Onlinecommunitys (Facebook, Twitter etc.) und die Ausrichtung auf Web 3.0 (Semantic Web, Volltextsuche) notwendig.

Aber nicht nur die Informationsvermittlung, auch deren Beschaffung muss neu ausgerichtet werden. Die Verbreitung von elektronischen Büchern (E-Books), Zeitschriften und Zeitungen hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Dank günstiger E-Book-Reader steigt der Anteil an digitalen Publikationen stetig.

Gemäss Welt Online waren im Frühling 2011 bereits 35 Prozent der Verlage mit E-Books auf dem Markt, 80 Prozent der übrigen planen
einen mittelfristigen Einstieg.

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.