Whitepaper 03.06.2020, 15:02 Uhr

Zahl der Cyber-Attacken schnellt in die Höhe

Der Technologiesektor löst zum ersten Mal den Finanzbereich an der Spitze der am stärksten angegriffenen Branchen ab, gleichzeitig nutzen Cyber-Kriminelle die COVID-19-Pandemie für ihre Aktivitäten aus.
(Quelle: NTT Security )
Laut dem aktuellen 2020 Global Threat Intelligence Report (GTIR) von NTT Ltd.‘s war mehr als die Hälfte (55%) aller Cyber-Anschläge 2019 eine Kombination aus Web-Application- und anwendungsspezifischen Angriffen – im Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 32%.
20% der Attacken zielten auf Content-Management-Systeme (CMS) und über 28% auf Technologien rund um Webseiten. Gerade Unternehmen und Organisationen, die während COVID-19 auf ihre Internet-Präsenz – also Kundenportale, Retail-Seiten oder andere Webanwendungen – angewiesen sind, laufen Gefahr, zum Ziel von Cyber-Kriminellen zu werden.
 
„Die aktuelle weltweite Krise hat uns einmal mehr gezeigt, dass Hacker aus jeder Situation einen Vorteil ziehen und Unternehmen sowie Organisationen in der Konsequenz auf alles vorbereitet sein müssen. Wir sehen bereits eine steigende Zahl von Lösegeld-Angriffen auf Einrichtungen des Gesundheitswesens – und wir gehen davon aus, dass sich diese Situation erst einmal weiter zuspitzen wird“, erklärt Matthew Gyde, Präsident und CEO der Security Division der NTT Ltd. „Unternehmen müssen dem Thema Sicherheit die nötige Aufmerksamkeit widmen und Cyber-Resilienz- wie auch Secure-by-Design-Initiativen verfolgen.“
 
Technologie führt die Liste der Angriffsziele an
 
Zwar hat die Zahl der Angriffe im vergangenen Jahr in allen Industriezweigen zugenommen – der Technologiesektor wie auch der öffentliche Bereich sind allerdings weltweit am stärksten von Cyber-Attacken betroffen. Der Technologiesektor liegt mit 25% aller Angriffe (gegenüber 17% im Jahr zuvor) zum ersten Mal auf Platz 1 in der Liste der Angriffsziele. Über die Hälfte der Attacken waren dabei anwendungsspezifische (31%) und DoS/DDoS-Angriffe (25%), gleichzeitig nahm die Zahl der IoT-Aktivitäten zu. Auf den weiteren Plätzen folgen der öffentliche Sektor (16%), die Finanzbranche (15%), der Bereich Business und Professional Services (12%) sowie die Bildungsbranche (9%).
 
„In den vergangenen Jahren haben sich die meisten Angriffe gegen das Finanzwesen gerichtet. Dieses Jahr gab es einen Wechsel an der Spitze – die Technologiebranche verzeichnet ein Plus von 70%, was das Gesamtvolumen der Angriffe betrifft. Ein Grund war auch die Zunahme von IoT-Attacken – und obwohl kein einziges Botnet dominierte, gab es massive Steigerungen sowohl bei Mirai- als auch bei IoTroop-Attacken“, betont Mark Thomas, Leiter des Global Threat Intelligence Center von NTT Ltd. „Die Angriffe auf Behörden und staatliche Einrichtungen haben sich nahezu verdoppelt, vor allem bei Reconnaissance-Aktivitäten wie auch anwendungsspezifischen Angriffen, die in Zusammenhang mit den steigenden Online-Angeboten für Bürger stehen.“

Autor(in) NTT Security

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