04.06.2009, 11:03 Uhr

Pleitegeier bedroht Schweizer IT-Dienstleister

Die Unternehmenspleiten haben in der Schweiz einen neuen, traurigen Höchststand erreicht: Von Januar bis Mai 2009 mussten fast 2000 Firmen Konkurs anmelden. Die Schweizer Informatikdienstleister sind von dieser Entwicklung nicht verschont geblieben.
In den ersten fünf Monaten 2009 haben in der Schweiz 1984 Unternehmen Konkurs angemeldet, berichtet die Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet (D&B). Hiermit wurde erstmals der bisherige Pleiterekord aus dem Jahr 2004 übertroffen, heisst es. Nachdem im April 2009 der Anstieg der Firmenkonkurse zwischenzeitlich etwas gebremst wurde, gehe der Monat Mai 2009 mit 461 Konkursen als absoluter Negativrekord in die Geschichte ein. Verglichen mit dem Vorjahr nahmen die Firmenpleiten in diesem Monat beinahe explosionsartig um 51 Prozent zu. Gleichzeit wurden gemäss D&B auch weniger Unternehmen gegründet: Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Neugründungen zwischen Januar und Mai 2009 auf 14'275 zurückgegangen. Dies entspricht einem Minus von neun Prozent.

Auch Informatikbranche erwischt es kalt

Die Krise bekommen mittlerweile alle Branchen zu spüren. Die Schweizer Informatikdienstleister bilden hier leider keine Ausnahme: In den ersten fünf Monaten 2009 hat auch hier die Zahl Neueintragungen dramatisch abgenommen. Mit 664 Neugründungen gab es 107 weniger als im Vorjahreszeitraum. Ebenfalls düster sieht es bei den Firmenkonkursen aus: Insgesamt sind zwischen dem diesjährigen Januar und Mai 68 Informatikdienstleister pleite gegangen. Verglichen mit 2008 sind das 14 Konkurse mehr.
Besonders hart hat es aber die Holding- und Investment-Gesellschaften mit einer Verdoppelung der Firmenpleiten erwischt. Beinahe ebenso heftig hat es die Unternehmens- und Steuerberater erwischt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Konkurse in dieser Branche um 73 Prozent gestiegen. D&B zufolge wurden bisher jene Branchen verschont, die von der Binnenwirtschaft und speziell vom privaten Konsum abhängen. Da mittlerweile allerdings auch hier gespart werde, dürften auch in diesen Branchen die Konkurse in den kommenden Monaten deutlich zunehmen, erklärt die Wirtschaftsauskunftei.
Harald Schodl



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