01.06.2015, 11:28 Uhr

Gibt es bald Banknoten mit RFID-Chips?

Ein österreichisches Unternehmen hat ein Erfassungssystem zur Überwachung von Banknoten entwickelt. Was plant die Schweiz?
Kommen harte Zeiten für Bankräuber und Geldschieber zu? Das sterreichische Unternehmen EDAQS hat ein System namens Dice (Dynamic Intelligent Currency Encryption) für Banknoten entwickelt. Diese sollen mit einem Funkchip versehen werden. So werden die Geldscheine beim Ein- und Auszahlen in Banken oder Geschäften automatisch registriert und so kann ihr «Weg» zurückverfolgt werden. So kann anhand der Übertragungsdaten an die zentrale Verwaltungsstelle festgestellt werden, wo sich ein Geldschein derzeit befindet und wo er zuvor eingesetzt wurde.  Weiter wird auf einem solchen Chip der Zahlungswert und die Seriennummer einer Banknote gespeichert. Auch können Banknoten in gewisser Weise fernsteuerbar werden: Auf dem zentralen Erfassungssystem kann zum Beispiel der Status eines Scheins auf «gestohlen» gesetzt werden. Pech für die Person, welche den Schwein einlösen oder wechseln will: Probleme mit der Justiz sind vorprogrammiert. Ganz lückenlos ist das System aber nicht: Zum einen müssten sämtliche Terminals und Bankomaten mit einem RFID-Scanner ausgerüstet und mit dem zentralen Register verbunden sein. Auf der anderen Seite das Geld natürlich privat weitergegeben oder gewechselt werden, was eine genaue Verfolgung unmöglich macht. Trotzdem wäre der Hauptdarsteller in vielen schmutzigen Geschäften - der «Koffer voller Drogengeld» - mit einem solchen System vermutlich einiges weniger Wert.

In der Schweiz momentan kein Thema

Ein «Vorteil» des ungechipten Bargeldaustausches ist natürlich die Anonymität. Diese soll auch mit diesem System gewährt bleiben, versichern die Hiersteller des Chips. Sowohl Russland als auch Australien sollen bereits Interesse an dem System bekundet haben.  In der Schweiz übt man sich auf entsprechende Anfragen mit der in Finanzangelegenheiten gewohnten Diskretion. Die Schweizerische Nationalbank lässt verlauten, dass man solche Entwicklungen kontinuierlich evaluiere, aber derzeit keinen Bedarf für den Einsatz solcher Chips sehe. Auch keine konkreten Angaben wollte die Orell Füssli Holding AG machen. Der Schweizer Banknotenhersteller teilt lediglich mit, dass man alle technischen Entwicklungen in der Branche beobachte. Dies gelte auch für das Thema Chips in Banknoten.


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