Sind Sie bereit für IPv6?

Die nächste Generation des weltweiten Standards für Internetprotokolle steht seit Jahren in den Startlöchern, ohne es bisher geschafft zu haben, IPv4 abzulösen. Was bringt eine Umstellung?

Happy IPv6-Tunneling
  

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» Von Lars Behrens, WEKA, 24.02.2011 14:18.

Dipl.-Paed Lars Behrens hat langjährige Erfahrung in der Beratung bei Planung und Einrichtung von IT-Systemen und Netzwerken und dem Support heterogener Systeme (Apple Macintosh, Microsoft Windows, Linux).

Die Umstellung ist unausweichlich und überfällig - zu knapp war seinerzeit der Adressraum in IPv4 berechnet worden, und zu sehr leiden bereits einige Regionen - vor allem im boomenden fernen Osten -  unter der Adressenverknappung. Die Umstellung unseres Internets auf IPv6 ist also nur noch eine Frage des Zeitpunkts. Doch was wird uns diese Umstellung bringen?

Zuerst einmal wird IPv6 (früher auch als "Internet Protocol - The Next Generation", IPnG, bezeichnet) eine Erhöhung des Adressraums von 32 Bit (im bisherigen IPv4) zu 128 Bit mit sich führen. 128 Bit klingen als natürliche Zahl vorerst nicht nach sehr viel mehr als 32 Bit, tatsächlich erweitert sich die Zahl der theoretisch verfügbaren IP Adressen aber von aktuell etwa 4,2 Milliarden auf 340 282 366 900 000 000 000 000 000 000 000000 000 eindeutiger Adressen, das sind in Worten rund 340,28 Sextillionen Adressen.

Können Sie sich vorstellen, was das in etwa für eine Zahl ist? Wir auch nicht … Aber zum Verständnis der Techniken in IPv6 ist es hilfreich, sich in etwa auszudenken, in welchem Verhältnis diese Zahl steht. Als vielleicht halbwegs anschauliches Beispiel gibt das IPv6-Forum gerne folgendes an: würde man jeden Quadratmillimeter der geometrischen Erdoberfläche (nicht der tatsächlich physischen, die natürlich niemand zu vermessen vermag) mit IPv6-Adressen versehen, stünden für jede Einheit etwa 667 Billiarden (!) IP-Adressen zur Verfügung - also für JEDEN Quadratmillimeter, wohlgemerkt!

Auch diese Zahl ist abstrakt - oder können Sie sich 667 Billiarden Netzwerkkarten, PCs, Drucker und Server auf einem Quadratmillimeter Erde vorstellen? Pro Erdenbewohner sind dies übrigens immer noch 6,5 × 1028 Adressen. Wichtig ist diese grosse Zahl für einen der entscheidenden Aspekte des neuen Internetprotokolls - es wird keine Notwendigkeit geben, die Adressen mühsam festzulegen oder durch einen Provider zu vergeben (obgleich es natürlich statische IP-Adressen auch mit IPv6 geben wird und wegen der Ansprechbarkeit fester Dienste wie Web- oder Mailserver logischerweise auch geben muss, und den Providern werden natürlich nach wie vor Adressbereiche zugeteilt). Vielmehr können sich die IP fähigen Geräte die Adressen in bestimmten Grenzen selber aussuchen und mit einem einfachen, Broadcast-ähnlichen Prüfverfahren testen, ob die gewählte Adresse bereits vergeben ist.

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