Virtualisierer für Desktop-Programme

Die Thinstall Virtualization Suite beschreitet einen Mittelweg zwischen vollausge-statteten und schlanken Desktop-Rechnern: Statt ganzer Systemumgebungen virtualisiert sie einzelne Anwendungen. Das geschieht transparent und macht für den Benutzer trotzdem keinen Unterschied.

    

» Von Randall Kennedy, 10.04.2007 09:01. Letztes Update, 10.04.2007 09:16.

Randall Kennedy ist Redaktor bei der Computerworld-Schwesterzeitschrift Infoworld.

Virtualisierung ist in der Informatik derzeit ein heisses Thema. Dabei geht es nicht nur um Serversysteme, die auf leistungsfähiger Hardware konsolidiert werden und fortan nebeneinander ihren Dienst versehen. Auch Arbeitsplätze lassen sich verschlanken, indem der Desktop auf den Server verlagert und als Thin-Client-Umgebung übers Netzwerk bedient wird. Aber nicht nur komplette Büro-Rechner, auch einzelne Anwendungen lassen sich virtualisieren. Die beiden Grossen auf diesem Gebiet, Altiris und Softricity, wurden von Symantec respektive Microsoft übernommen.

Doch jetzt kommt wieder Bewegung in den Markt. Denn mit Thinstall meldet sich ein Pionier der Anwendungsvirtualisierung zurück. Mit der Virtualization Suite 3.0 richtet sich die Herstellerin erstmals an ein breites Publikum aus der Unternehmensinformatik. Und das Comeback wirkt durchaus erfolgversprechend, wenn man einen genauen Blick auf das Angebot wirft.

Eine durchsichtige Angelegenheit

Das Thinstall-Paket wartet mit einigen erfrischenden Ansätzen auf. Die Virtualisierung erfolgt völlig transparent. Für die Nutzung der Anwendungen sind auf den Desktop-Systemen weder spezielle Treiber noch Agenten nötig. Die gesamte Laufzeitumgebung ist direkt in das virtuelle und direkt ausführbare Programmpaket integriert. Dadurch laufen virtualisierte Anwendungen ausschliesslich mit den Rechten des jeweiligen Benutzers. Diese Methode beeinträchtigt die Systemstabilität in keiner Weise, da kein Eingriff in die zugrundeliegende Architektur erfolgt. Hier unterscheidet sich Thinstall von Konkurrenten wie Softgrid oder SVS (Software Virtualization Solution), die auf der Kernel-Ebene ins System eingreifen und dadurch potentielle Sicherheitslücken öffnen.

Ein weiterer Vorteil von Anwendungen, die ausschliesslich mit Benutzerrechten laufen, liegt darin, dass sie unter allen gegebenen Sicherheitsvorgaben funktionieren. Thinstall-Pakete laufen auch in Umgebungen, in denen die Benutzerrechte stark eingeschränkt sind. Im Hinblick auf die Benutzerkontensteuerung von Windows Vista ist das ein echter Vorteil, weil zu keinem Zeitpunkt auf dem Desktop für einen bestimmten Vorgang ein Administratorenpasswort oder auch nur eine Bestätigung des Anwenders benötigt wird.

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