ERP-TEST: Firmenapplikationen unter der Lupe

Die deutsche Gesellschaft zur Prüfung von Software hat insgesamt zwölf ERP-Systeme einem ausführlichen Test unterzogen. Eine Zusammenfassung.

    

» Von Andreas Heer, 28.08.2006 11:03. Letztes Update, 28.08.2006 11:05.

Mittlere und grosse Firmen sind für die Abwicklung ihrer Aufträge auf Unterstützung durch die Informatik angewiesen. Unternehmensanwendungen, so genannte ERP-Systeme (Enterprise Ressource Planning) kümmern sich um Produktionsplanung, Abwicklung der Bestellungen, Finanzen und Personal. Die Evaluation eines passenden Produktes, das immerhin als digitales Rückgrat der Firma hinhalten muss, gestaltet sich entsprechend aufwändig. Denn im Prüfverfahren gilt es nicht nur, den Funktionsumfang der verschiedenen Kandidaten zu untersuchen, sondern auch deren Eignung für die eigenen, firmenspezifischen Bedürfnisse.

Die deutsche GPS (Gesellschaft zur Prüfung von Software) hat diesen Aufwand auf sich genommen und insgesamt zwölf ERP-Systeme miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigt die Stärken und Schwächen der einzelnen Produkte anhand der gestellten Testaufgaben. Der ausführliche Bericht kann direkt bei der GPS bezogen werden (siehe Kasten).

Die Aufgabe

Ein reiner Funktionsvergleich macht bei Umgebungen von der Komplexität eines ERP-Systems keinen Sinn. Denn so wie Firmen unterschiedlich wirtschaften und unterschiedliche Produkte anbieten, müssen sich auch die Unternehmensanwendungen den jeweiligen Gegebenheiten anpassen lassen. Daneben spielt die Handhabung eine Rolle, also der Benutzungskomfort. Die GPS hat deshalb ein realitätsnahes Szenario entwickelt, an dem sich die Systeme messen mussten. Dieses Fallbeispiel gestalteten die Tester zudem branchenneutral. Es orientiert sich jedoch an einer produzierenden Firma. Als Ausgangslage diente eine mittelgrosse Unternehmensgruppe, die aus drei rechtlich selbständigen Gesellschaften besteht: dem Hauptsitz, einem Vertriebsunternehmen und einer Produktionsfirma im Ausland. Die Ergebnisse sind demzufolge interessant für mittlere und grosse Unternehmen, die international tätig sind. Sie sind auch die primären Interessenten für komplexe und dementsprechend teure ERP-Umgebungen.

Psipenta
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Im Test wurde aufgrund dieser Basis ein festgelegter Geschäftsablauf durchgespielt. Dabei bestellte ein Kunde beim Vertriebsunternehmen ein Produkt und verlangte eine Bestätigung des Liefertermins. Das Produkt selbst wurde bei der Produktionsfirma hergestellt und von dort aus direkt geliefert. Vom Hauptsitz stammten die Komponenten, die für die Fertigung benötigt wurden. Das Rohmaterial lieferte ein externes Unternehmen an die Produktionsstätte. Diese wiederum liess Teile des Produktes bei einer spezialisierten Firma herstellen. Der Kunde wiederum reklamiert einen Teil der Lieferung und schickt das Produkt ans Vertriebsunternehmen zurück, das die Ware wiederum an die Produktionsfirma zur Nachbearbeitung weiterleitet. Firmenintern musste zudem das Controlling wissen, wie hoch der Verdienst bei diesem Auftrag war. Dazu musste eine Möglichkeit bestehen, die gesamte Abwicklung zu überwachen.

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