Test: LG G6

» Von Luca Diggelmann , 11.05.2017 14:53.

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Software

Das LG G6 kommt mit Android 7.0 und einem leichten LG-Überzug daher. Was die Grundelemente angeht, hält sich LG grösstenteils an die Android-Standards. Die grösste Abweichung findet man bei der App-Schublade, die standardmässig fehlt. Über die Optionen kann die Schublade aber aktiviert werden. Dafür muss jedoch ein separater LG-Launcher installiert werden. Der Vorgang dafür ist sehr einfach, aber dennoch ein zusätzlicher Schritt, der nicht wirklich nötig gewesen wäre. Da könnte man auch gleich den Google-Now-Launcher installieren und so dem Stock-Android näherkommen.

In der App-Schublade und den Optionen möchte LG das Scrollen minimieren und arbeitet mit Registerkarten, durch die man seitlich durchwischen kann. Keine schlechte Idee bei einem längeren Display, das bereits viel Platz in der Vertikale bietet. Der zweiteilige Infobalken am oberen Bildrand ist nur optisch ein wenig überarbeitet. Funktional etwa gleich wie bei regulärem Android. Ein Unterschied: Die Optionen der einzelnen Punkte wie WLAN oder Bluetooth erreicht man nicht über einen Tipp auf den Text, sondern über einen langen Fingerdruck.

Bei ebendiesem Infobalken hat LG gut mitgedacht: Durch das längere Display ist der Balken ein wenig weiter weg vom bedienenden Daumen. Dafür hat LG extra einen Button eingebaut, der in die Softbutton-Leiste eingebaut werden kann. Der Knopf öffnet die Infoleiste und schliesst sie mit einem zweiten Druck wieder. Zu den Standardknöpfen «Home», «Zurück» und «Kürzliche Apps» kann die Leiste auch noch um eine Screenshot-Funktion und dem QSlide-Menü erweitert werden. Dieses dient als eine Art Schnellzugriff auf bestimmte Apps. Die Leiste kann bis maximal fünf Buttons erweitert werden. Eine Funktion bleibt also jeweils aussen vor.

Leistung & Ausstattung

Damit die Software auch schön ordentlich läuft, hat LG seinem G6 einen ordentlichen Prozessor verpasst. Ganz neu ist der Qualcomm Snapdragon 821 zwar nicht mehr. Leistung bringt er aber problemlos genug für praktisch alle Anwender. Mit der direkten Konkurrenz von Huawei und Samsung kann das G6 jedenfalls mithalten. Im Vergleich zu Huawei macht das das reine Verhältnis von Preis zu Performance etwas schwächer, im Vergleich mit Samsung dafür besser. Die 4 GB RAM sind aktuell Standard.

Etwas interessanter wird es beim Speicherangebot des G6. In Europa ist das G6 nur mit 32 GB Speicher verfügbar, während es in anderen Breitengraden auch mit grösseren Speichervolumen angeboten wird. 32 GB sind gut für durchschnittliche Nutzer. Für eher stärker Smartphone-affine Nutzer jedoch sehr grenzwertig. Bedenkt man, wie wenig sich App-Entwickler derzeit um App-Grössen scheren, könnten die 32 GB in naher Zukunft sogar zu einem Problem werden.

Das G6 lässt sich zwar mit einer microSD-Karte um bis zu 256 GB erweitern, allerdings löst das auch nicht alle Probleme, da viele Apps und Daten schlicht nicht auf eine SD-Karte verschoben werden können und der Vorgang gerade für ungeübte Nutzer zu kompliziert sein kann. Schade ist der kleine Speicher vor allem, wenn man bedenkt, dass es bei Huawei für weniger Geld doppelt so viel davon gibt. Ebenfalls erweiterbar.

Kommen wir zum zentralen Alleinstellungsmerkmal des G6: dem Display. Dieses fällt vor allem durch sein unübliches Seitenverhältnis auf: 18:9 oder 2:1. Im Vergleich zum aktuellen Standard 16:9 ist es also leicht länger und näher am Format von Kinofilmen. Geht es nach LG, träfen sich Filmemacher und Displayhersteller in der Mitte, bei ebendiesem 18:9/2:1 und würden in Zukunft auf dieses mathematisch durchaus sinnvolle Format setzen.

Ein Vorteil des 2:1 nutzt LG mit seinen eigenen Apps: Zwei Apps können in perfekten Quadraten nebeneinander oder übereinander angezeigt werden. Sieht schick aus und ist durchaus praktisch. Allerdings bleibt es fragwürdig, ob sämtliche Filmemacher, Game-Hersteller und andere Content-Ersteller wegen ein paar quadratischen Apps und einem mathematisch schöneren Seitenverhältnis alle ihre Standards über den Haufen werfen. Vielmehr dürfte sich die Mehrheit damit abfinden, dass Multitasking auf dem Smartphone nun mal nicht perfekt quadratisch ist. Auch weil 18:9 auf anderen Geräte wie beispielsweise einem TV oder PC-Monitor weniger Sinn macht als das bewährte 16:9.

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