Test: MacBook Pro 13 Zoll mit Touch Bar (2016)

» Von Klaus Zellweger , 25.11.2016 14:49.

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Leistung

Das MacBook Pro läuft flüssig und performant. Bei der 4K-Videoverarbeitung, der Virtualisierung von Windows und anderen anspruchsvollen Aufgaben geht alles flott und ruckelfrei über die Bühne. Das ist wichtig zu erwähnen, denn die nackten technischen Daten werden dem Gerät nicht gerecht. Trotzdem sollen sie nicht unerwähnt bleiben:

Das MacBook Pro bringt es bei der Messung mit GeekBench 4 gerundet auf 3900 Punkte (Single Core) respektive 7500 (Multicore). Das sind solide, aber unspektakuläre Werte. Das MacBook Pro 13 Zoll von Anfang 2015 (zum Test) brachte es auf 3300 Punkte respektive 7000 Punkte und liegt damit nur knapp dahinter.

Extrem schnelle SSD

Dass sich das neue MacBook Pro trotzdem schneller und reaktionsfreudiger anfühlt, ist unter anderem dem Tempo der SSD zu verdanken, das am besten mit Adjektiven wie «irrwitzig» belegt wird. Eine einzelne, 14 GB grosse Datei wird innerhalb von 12.5 Sekunden dupliziert – das entspricht einem gemischten Datendurchsatz von 2.25 GB pro Sekunde! Das ist nur wenig mehr als ein Drittel dessen, was die SSD in meinem zweieinhalb Jahre alten iMac 5K (zum Test) benötigt. Deprimierend.

Um einen 93 GB grossen Ordner mit über 7000 Objekten zu duplizieren, benötigt die SSD gerade einmal 113 Sekunden, was immer noch einem gemischten Datendurchsatz von 1.64 GB pro Sekunde entspricht – und das bei aktivierter Vollverschlüsselung durch FileVault 2, das zu macOS gehört. Kurz, eine schnellere SSD werden Sie zurzeit nicht finden. Und deshalb fühlt sich das MacBook Pro auch deutlich schneller an, als es die Benchmarks vermuten lassen: beim Kopieren von Dateien, beim Öffnen von grossen Photoshop-Dateien und natürlich beim Starten von Programmen.

Zielgruppe

Das MacBook Pro 13 Zoll ist nicht ganz einfach einzuordnen. Das «Pro» in der Bezeichnung suggeriert, dass es sich für den professionellen Videoschnitt oder andere leistungshungrige Aufgaben qualifiziert. Das wäre zwar in den meisten Fällen zutreffend, aber für solche Zwecke ist bei Apple der grosse starke Bruder im 15-Zoll-Format vorgesehen.

Stattdessen sehen Sie im 13-Zoll-Modell vorzugsweise eine luxuriöse Alternative zum MacBook Air: Es ist kleiner, edler und sehr viel schneller als Apples einstige Federklasse. Dazu punktet das Pro-Gerät mit einer besseren Tastatur, mit einem unerreichten Trackpad und natürlich mit dem erstklassigen Retina-Display, das den kompletten P3-Farbraum abdeckt. Und zu guter Letzt sorgen die Touch Bar und der Fingerscanner Touch ID für ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche.

Reifeprozess

Allerdings fehlt es dem MacBook Pro an der nötigen Reife. Die Situation erinnert an die Apple Watch, die erst seit watchOS 3 ihr ganzes Potenzial ausspielt. Oder an die 3D-Touch-Technik im iPhone 6s: Sie war bei der Einführung eher eine Spielerei, bis sie ein Jahr später mit iOS 10 durchstartete.

Und heute ist es eben das MacBook Pro, das noch ein wenig grün hinter den imaginären Ohren ist. Die Touch Bar muss ihre Nützlichkeit und Akzeptanz zuerst unter Beweis stellen. Und die Touch ID bleibt solange eine halbgare Lösung, bis damit auch Administrator-Kennwörter ausgefüllt werden. Doch das sind Probleme, die sich mit Software-Updates beheben lassen. Und so bleibt als einziger unverrückbarer Kritikpunkt die Tastatur, die dem Umfeld klackernd auf die Nerven gehen kann.

Unter dem Strich bleibt ein beeindruckendes, luxuriöses Stück Technik, das stur und unbeirrt den Weg in die Zukunft beschreitet. Dass für diese Reise im schlimmsten Fall ein paar Adapter eingepackt werden müssen, ist zu verschmerzen.

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