Test: MacBook Pro 13 Zoll mit Touch Bar (2016)

» Von Klaus Zellweger , 25.11.2016 14:49.

weitere Artikel

Bildergalerie

Bildergalerie

Bildergalerie

Audio

Das MacBook Pro kommt mit neu gestalteten Lautsprechern. Diese produzieren einen erstaunlich guten Klang. Die Höhen sind klar und neigen lediglich bei voller Lautstärke zu einer leichten Übersteuerung. Die Bässe wiederum sind deutlich kräftiger, als man es Lautsprecher mit diesen Abmessungen zutraut.

Neben den vier USB-C-Anschlüssen bietet das MacBook Pro ausserdem einen 3.5 Millimeter Klinkenausgang für Kopfhörer oder Lautsprecher.

Im Gegensatz zu früheren Geräten fehlt jedoch der kombinierte optische Ausgang (optical-out). Auch hier sorgt Thunderbolt 3 für die Wachablösung.

Touch Bar

Die Touch Bar ist die wichtigste Neuerung der MacBook-Linie und ein Hingucker noch dazu. Dabei handelt es sich genaugenommen um ein hochaufgelöstes Multitouch-Display, das seine Funktionen je nach Bedarf variiert.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Touch Bar markiert nicht den ersten Schritt zu einem künftigen Touch-Display; denn einem solchen erteilt Apple nach wie vor eine klare Absage. Stattdessen bildet diese universelle Leiste eine clevere Alternative zu den Funktionstasten. Diese werden von Mac-Anwendern traditionellerweise verschmäht und stattdessen für die Steuerung der Musik, der Helligkeit und mehr verwendet.

Doch die Zeit dieser starren Funktionstasten ist abgelaufen. Die Touch Bar zeigt je nach Anwendung kontextbezogene Funktionen. So werden in Apples Anwendung Fotos Bilderberge durchgeblättert oder Korrekturen vorgenommen. In der Textverarbeitung werden die wichtigsten Formatierungen aufgerufen. Und die Videoschnitt-Software Final Cut Pro von Apple zeigt sogar die Timeline und die wichtigsten Befehle für den Schnitt.

Trotzdem gibt es auch feststehende Elemente. Ganz links befindet sich die Escape-Taste. Ganz rechts scharen sich die Einstellungen für die Helligkeit, die Lautstärke und so weiter. Dieser Teil kann von einer App nicht verdrängt werden; er gehört also quasi zum System. Mit einem Tippen wird er jedoch ausgefahren und zeigt alle Symbole, die man bei der klassischen Tastatur ebenfalls zu sehen bekommt.

Sowohl die Kurz- als auch die Langfassung wird in den Einstellungen nach eigenem Gusto umgestaltet:

Schnelle Unterstützung

Die Unterstützung der Touch Bar muss durch die Software-Hersteller erfolgen, doch das geschieht schneller als gedacht: Schon heute sind einige populäre Apps angepasst, darunter die Kennwort-Verwaltung 1Password, die beliebte Bildverarbeitung Pixelmator und natürlich die meisten Apple-Programme. Photoshop soll noch dieses Jahr die Touch Bar unterstützen, genauso wie Word, Excel und PowerPoint.

Nutzen in der Praxis

Die Touch Bar verschafft dem MacBook Pro ein Alleinstellungsmerkmal, das noch sehr lange ein solches bleiben wird. Denn Apple kann die Software-Hersteller hinter sich scharen, während die Entwickler unter Windows kaum bereit wären, ihre Software an irgendein Notebook mit einer ähnlichen Einrichtung anzupassen.

Und wie gross ist der Praxisnutzen? Die kontextbezogenen Befehle werden all jene zu schätzen wissen, die die Finger nur ungern von der Tastatur nehmen. Besonders angenehm ist das Arbeiten in der Vollbild-Ansicht, etwa beim Videoschnitt oder bei der Bildretusche: Weil die störenden Bedienelemente in die Touch Bar ausgelagert werden, bleibt der Blick frei für das Wesentliche.

Allerdings sollte die Bedeutung dieser Einrichtung nicht überschätzt werden. Statt die Symbole anzuklicken und mit der Maus zu bedienen, werden Sie jetzt mit dem Finger angetippt. Ausserdem lässt sich die Touch Bar nicht blind bedienen: Wer das Zehnfinger-System beherrscht, findet die Tasten «A» oder «F» verlässlich am selben Ort wieder; doch wie soll man eine virtuelle Stelle zielsicher und blind treffen, wenn sie bei jeder Gelegenheit ihre Funktion ändert?

Kurz, die selten verwendeten Funktionstasten wurden durch eine intelligente Fläche ersetzt, die bei einigen Anwendungen sehr praktisch ist – nicht mehr und nicht weniger.

Nächste Seite: Touch ID

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.