Test: iPad Pro 12.9" (2017)

» Von Klaus Zellweger , 13.07.2017 10:55.

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Der Prozessor und sein Praxisnutzen

Apple verbaut im iPad Pro den brandneuen A10X, der in Eigenregie entwickelt wurde und keinem anderen Hersteller zugänglich ist. Laut Apple schlägt der A10X sogar die meisten PC-Notebooks, aber das will nichts heissen: Wenn Sie wissen möchten, wie sich Ihre eigenen (Mobil-) Geräte gegen das iPad Pro schlagen, laden Sie die populäre Benchmark-Software AnTuTu für iOS, Android oder Windows: Es gilt, 235’182 Punkte zu schlagen. Viel Erfolg!

Das kostenpflichtige Geekbench 4 attestiert dem A10X ganz 3925 Punkte im wichtigeren Single-Score-Benchmark. Der Apple A9X im Vorgänger schaffte «nur» 3230 Punkte. Selbst das iPhone 7 mit seinem A10-Chip wird um 600 Punkte überboten.

Doch was bedeutet dieses Tempo in der Praxis? Zweierlei.

Leistung satt

Immer mehr Profi-Apps springen auf den iPad-Zug, zuletzt die beeindruckende Bildverarbeitung Affinity Photo. Der A10X futtert auch komplexe Bildmontagen, Effekte und Ebenen-Manipulationen in Echtzeit weg:

Affinity Photo sorgte aber auch für stürmische Begeisterung, als bei der Demo des iPad Pro ein Löwe bis aufs letzte Haar freigestellt wurde, indem mit dem Pinsel einfach die Kanten der Mähne markiert wurden. Der Rest dauerte ein paar Sekunden: rohe Gewalt, die in ihrer Einfachheit gestandene Photoshop-Anwender zum Weinen bringt. Und das passiert alles auf einem hauchdünnen, lüfterlosen Gerät, das bei solchen Gewaltakten nicht einmal richtig warm wird. Hier ein Beispiel des Spiele-Hits Bloons TD 5, bei dem sich in den höheren Level hunderte Objekte gleichzeitig und ohne die geringste Störung bewegen:

OCR-Umsetzungen von umfangreichen Scans dauern nur ein Wimpernzucken. 4K-Videoverarbeitung mit mehreren Bild- und Tonspuren und Echtzeitwiedergabe von Effekten, Titeln und Übergängen sind fast schon selbstverständlich. Und natürlich profitieren auch Spiele von der Leistung – je aufwendiger, umso besser.

Augmented Reality

Die gebotene Leistung dürfte auch für den letzten Anwender interessant werden, wenn mit iOS 11 die Augmented-Reality-Anwendungen die iOS-Bühne betreten. (Zu Deutsch etwa: «Erweiterte» oder «aufgewertete» Realität.) Dabei verschmelzen 3D-generierte Inhalte auf beeindruckende Weise mit der Realität. So wird eine AR-App von IKEA noch in diesem Herbst dafür sorgen, dass mehrere hundert Möbelstücke in die eigenen vier Wände integriert werden können, ohne dass jemand das Portmonee oder gar einen Inbus-Schlüssel anfassen muss. Dabei werden die AR-Objekte sogar miteinander interagieren, indem zum Beispiel die virtuelle Lampe dazu führt, dass die genauso virtuelle Kaffeetasse einen Schatten wirft.

Eine eindrucksvolle Demo zeigte die Firma Wingnut AR an der Keynote der letzten Entwickler-Konferenz (WWDC) von Apple. Grenzenlose Möglichkeiten, nicht nur für Spiele im Wohnzimmer:

Lang lebe das iPad!

Doch selbst wenn Sie für die Leistung des A10X keine unmittelbare Verwendung haben, werden Sie indirekt davon profitieren. Normalerweise unterstützt Apple seine Geräte über fünf iOS-Generationen hinweg. Dank dem A10X werden Sie also auch noch an iOS 14 Freude haben, wenn die meisten gleichalterigen Tablets längst entsorgt wurden oder ungeliebt in einer Ecke verstauben.

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