Kompaktes Multitalent mit kleinen Schwächen

Mit dem Mio A701 präsentiert die chinesische Miotech einen PDA, der auch als mobiles Navigationssystem dient. Was kann das kompakte Multitalent?

  

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» Von Jörg Rothweiler, 21.12.2006 09:15.

Telefon, Digitalkamera, mobiles Laptop und GPS-Navigationssystem. Das Mio A701 vereint all diese Geräte in einem 150 Gramm leichten, mit 117 x 59 x 22 mm gerade noch Hemdtaschen-tauglichen Handy. Im Inneren werkelt ein schneller 520 MHz Prozessor (Intel PXA270), dem 128 MB ROM und 64 MB RAM sowie ein SD-Steckplatz zur Seite stehen. Das erlaubt, zusammen mit dem werksseitig installierten Windows-Mobile-5.0-Betriebssystem, flexibles Arbeiten unterwegs. Telefonieren ist kinderleicht, mit gutem Empfang und hervorragender Sprachqualität. Dank Infrarot-Port kann man Daten flexibel übertragen, Bluetooth und das im Lieferumfang inbegriffene Headset sorgen für sichere Kommunikation auch im Auto. Verzichten muss man beim Triband-GSM/GPRS-Handy allerdings auf bei anderen Mobiltelefonen heute übliche Extras wie UMTS oder EDGE. Und auch die 1,3-Megapixel-Kamera ist eher schlicht aufgebaut. Sie verzichtet auf Autofokus und Blitz ebenso wie auf die Möglichkeit, Panoramabilder oder Serienaufnahmen zu machen. Absolut überzeugend sind hingegen der bei Tag wie Nacht hervorragend ablesbare 2,7 Zoll-Touchscreen (Auflösung 240 x 320 QVGA, Farbtiefe 16 Bit) und vor allem das werksseitig (via SD-Karte) mit den Karten für Westeuropa bestückte GPS-Navigationssystem. Im Test führte es dank Kommunikation mit bis zu 7 Satelliten zielsicher an jeden gewünschten Ort. Abweichungen von der geplanten Route werden rasch erkannt, notwendige Neuberechnungen der Route erfolgen sicher und schnell. Die Genauigkeit der Navigation, die Qualität der Sprachausgabe und die Routendarstellung lassen zumindest im Auto kaum Wünsche offen. Im Test auf dem Fahrrad (das Mio A701 offeriert unterschiedliche Navigationen für Autofahrer, Fussgänger, Velofahrer und die Benützer öffentlicher Verkehrsmittel) überzeugte es hingegen weniger. Weil die Radwegnetze offensichtlich nicht sauber kartiert vorliegen, führt das Mio A701 Velofahrer vorwiegend über stark befahrene Hauptstrassen. Und weil auf dem Velo keine Stromversorgung zur Verfügung steht, sollte man heftig in die Pedale treten - sonst ist der Akku leer (im Test nach ca. 30 Minuten), noch ehe man sein Ziel erreicht hat. Autofahrer verwöhnt das Mio A701 dafür umso mehr. So können die Standorte fixer und die bevorzugten Plätze mobiler Radarstationen ebenso angezeigt werden wie die jeweils zulässigen Tempolimiten, die überdies mit einer Speedwarnung kombiniert werden können. Schade nur, dass das -Gerät im Test mehrfach falsche Angaben zur aktuell erlaubten Höchstgeschwindigkeit machte. So zeigte es beispielsweise im Herzen von Zürich Witikon ein Tempolimit von 80 km/h an, obwohl dort durchgängig lediglich 50 km/h erlaubt sind.

Fazit: Das Mio A701 kombiniert ein gutes Navigationssystem mit einem durchschnittlichen PDA-Smartphone. Die Kompromisse, die seine Vielseitigkeit bedingt, wiegen höher als die Nachteile, die das Hantieren mit mehreren Einzelgeräten mit sich bringt. Der Preis ist grenzwertig.

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