Wirksamer Turbo für WAN-Verbindungen

  

» Von Andreas Wurm, 27.09.2007 09:48.

Beide Dateien befanden sich nun im Objekt-Cache auf dem Client. Die Software musste daher bei einem erneuten Abruf nur einige wenige Bits über das WAN jagen, um festzustellen, ob beim Anwender noch die aktuelle Version vorliegt. Das erneute Transferieren beider Dokumente dauerte 2,5 Sekunden für das Powerpoint- und 1,5 Sekunden für das Word-Dokument. Wurden die Dateien geöffnet statt nur kopiert, fiel das Ergebnis ähnlich aus. Der Vorgang ging in LAN-Geschwindigkeit über die Bühne, sobald sich die Dateien im Cache befanden.

Rückspeichern dauert zu lange

In Zeiten der Serverzentralisierung spielt auch das Tempo eine Rolle, mit dem eine bearbeitete Datei auf den Server zurückgespeichert werden kann. Hier hat Blue Coat noch Verbesserungspotenzial. Die Sicherung der Word-Datei dauerte eine Minute - genau so lang, wie ohne WAN-Optimierung. Wurde, bei gleicher Bandbreite von zwei MBit, die Latenz auf 250 Millisekunden erhöht, dauerte das Speichern ohne Optimierung sogar mehr als drei Minuten. Damit wird klar: Mit zunehmender Latenz macht sich die Client Software bezahlt.

Das Speichern der Änderungen dauert deshalb so lange, weil das Byte Caching in der aktuellen Version der Software noch nicht implementiert ist. Zum Vergleich: Wenn eine Appliance in einer Zweigstelle die geänderte Word-Datei auf den Server in der Zentrale zurückschreibt, ist der Vorgang bei 50 Millisekunden Latenz nach acht Sekunden und bei 250 Millisekunden Latenzzeit nach 17 Sekunden erledigt. Blue Coat räumt ein, dass die Client Software nicht an eine Appliance mit kraftvoller Hardware heranreicht. Mit der nächsten Version der Software, die Byte Caching unterstützt, soll der Speichervorgang aber schneller werden.

Von der Software selbst bemerkt der Anwender übrigens kaum etwas. Sie läuft im Hintergrund und belegt rund zehn MByte Arbeitsspeicher. Soll die Software auf einem Notebook installiert werden, schickt der Administrator per E-Mail einen Link an den Anwender. Der kann das rund 800 KByte grosse Installationspaket dann übers WAN direkt von der Appliance beziehen.

Fazit: Der «Turbo» funktioniert gut


Das Beschleunigerpaket von Blue Coat überzeugt. Die Appliance ist in der Zentrale schnell implementierbar, die Installation der Software auf dem Notebook ein Kinderspiel. Mit der Variante für mobile Endgeräte nimmt Blue Coat so manchem User die Angst vor dem mobilen Arbeiten mit Firmenservern. Der Datentransfer ist klar schneller als ohne Optimierung. Einzig beim Speichern von Änderungen bleibt noch Handlungsbedarf. Den hat die Herstellerin erkannt und arbeitet an einer Lösung.

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