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Mit Win-Install betritt Attachmate das Feld des Lifecycle-Managements für PC, und dies mit recht sicherem Gang.

» Von , 01.11.2006 09:43.
Martin Kuppinger ist Autor, Berater und Analyst in Stuttgart.
Attachmate nimmt mit Win-Install Anspruch, das volle Spektrum des Lifecycle-Managements abzubilden. Das behaupten auch viele andere Hersteller. Zumindest an zwei Stellen kann Win-Install punkten: Die einzelnen Funktionen sind gut integriert, während man bei einigen Konkurrenten spürt, dass verschiedene Produkte mit unterschiedlicher Funktionalität nebeneinander stehen. Deutlich wird die Integration beispielsweise daran, dass sich sogar Softwarepakete direkt in der Arbeitsoberfläche bearbeiten lassen und kein gesonderter Paket-Editor benötigt wird.
Der zweite Punkt ist, dass Win-Install zumindest bei den klassischen technischen Funktionen des Client-Lifecycle-Managements eine breite Abdeckung liefert. Neben den Basisfunktionen wie Systeminstallation und Softwareverteilung finden sich Dienste wie die lokale Sicherung und Wiederherstellung, ein PXE-basierender (Preboot Execution Environment), unbeaufsichtigter Reset von Clients oder die Migration von Einstellungen. Interessant ist die automatisierte Analyse potenzieller Konflikte zwischen Softwarepaketen, eine Funktion, die es so im Windows-Umfeld kaum gibt.
Das Ganze ist über eine im ersten Moment etwas überfrachtete Oberfläche, die Win-Install-Console, zu bedienen. Wenn man sich allerdings mit dem Produkt vertraut gemacht hat, kommt man über die Oberfläche relativ schnell an alle Funktionen. Es braucht aber etwas Übung, um das jeweils richtige Register für die vielfältigen administrativen Funktionen zu finden.
Win-Install ist in einer ganzen Reihe von Versionen erhältlich. Die Basis bildet Win-Install LE, das sich im Wesentlichen auf Packaging-Funktionen beschränkt. Neben einer Software-Distribution-Suite mit der Funktion für die Softwareverteilung gibt es die noch umfassenderen Desktop-Management- und Desktop-Availability-Suite. Bei letzterer finden sich auch die Funktionen für die Übernahme von Benutzereinstellungen und den Reset von Clients auf einen definierten Stand.
Einfache Installation
Da Win-Install eine integrierte Suite darstellt, ist die Installation des Produkts einfach zu bewerkstelligen. In der simpelsten Variante laufen alle Kernkomponenten auf einem System. Neben Konsole sind das einerseits das Win-Install-Share, das auf einem CIFS-kompatiblen File-Server liegen muss, und andererseits die Datenbank, in der die Konfigurations- und Inventardaten abgelegt werden. In grossen Umgebungen wird man mit Verteilungsservern arbeiten, also mehreren Systemen mit Freigaben. Die Datenbank bleibt dagegen zentral. Neben der MSDE (SQL-Server Desktop Engine) lassen sich auch der SQL-Server selbst sowie Oracle-Datenbankserver nutzen. Erfreulicherweise ist die Einrichtung der MSDE vollständig in die Installation integriert.
Neben den genannten Modulen werden Agenten benötigt, die auf den Clients und, als spezieller Master-Agent, auf dem Server laufen. Der Master stellt die Verbindung zwischen den Freigabe-Servern und der Datenbank her. Die Verteilung der Agenten auf die Clients erfolgt ebenso wie deren Erkennung automatisiert. Dabei kann auf Informationen aus der Netzwerkumgebung, dem Active-Directory und aus anderen Verzeichnisdiensten zugegriffen werden.
Nach der Installation lassen sich alle Funktionen über die Win-Install-Konsole nutzen. Über das Shortcut-Menü kann schnell zu verschiedenen Verwaltungsaufgaben gewechselt werden. Für diese gibt es eine Navigationsstruktur und im rechten Bereich teils ineinander geschachtelte Register, über die die eigentlichen administrativen Tätigkeiten durchgeführt werden. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die anfänglich meist leere rechte Seite, weil man eine Richtlinie, eine Konfliktanalyse oder andere Objekte zunächst erstellen muss. Mit der umfassenden Dokumentation und der Online-Hilfe kommt man aber mit vernünftigem Aufwand und intuitiv zum Ziel.
Sowohl die Einrichtung von Clients als auch die Zuweisung von Patches und die Erstellung von Softwarepaketen lassen sich schnell umsetzen. Gut gefallen konnten dabei die schon erwähnte direkte Bearbeitung von Softwarepaketen und das Scheduling, mit sich Funktionen zeitgesteuert ausführen lassen. Neben MSI-Paketen werden auch Snapshots unterstützt.






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