Eine Datenbank für Nicht-Programmierer

In der neunten Ausgabe geht FileMaker in die Breite. Die Desktop-Datenbank integriert SQL-Datenquellen, während die Server-Variante webbasierte Anwendungen via PHP-Skripte erzeugt. Doch passt das noch zur einstigen Devise von FileMaker, Datenbanken ohne Programmierkenntnisse aufzubauen? Wir haben es getestet.

FileMaker 9 bindet SQL-Quellen wie eigene Tabellen ein.
  

» Von Andreas Heer, 18.10.2007 09:11. Letztes Update, 18.10.2007 09:14.

Es hat sich viel verändert auf dem langen Entwicklungsweg von FileMaker. Ursprünglich als reine Desktop-Datenbank konzipiert, hat die Software für Windows und Mac OS X zwar massive Neuerungen erfahren. Doch auch in Version 9 wird das einfache Grundkonzept beherzigt. Ta-bellen und Beziehungen werden über eine grafische Benutzeroberfläche angelegt, die komplexe Programmierung von Abfragen entfällt. Und wie bisher sind Daten und Erscheinungsbild in einer Datei vereint, sofern sich der Programmierer nicht mit Kniffen behilft. Das Konzept ermöglicht den schnellen Aufbau einfacher Datenbank-Anwendungen - die sich durchaus von mehreren Benutzern bedienen lassen. Dazu bietet FileMaker zwei Server-Versionen an. Der Zugriff erfolgt üblicherweise über eine Desktop-Version von FileMaker oder alternativ via Webbrowser.

FileMaker auf dem Desktop

Für die Nutzung am Arbeitsplatz dient FileMaker Pro. Davon existiert eine erweiterte Variante mit dem Zusatz «Advanced». Diese bietet Entwicklern zusätzliche Werkzeuge wie einen Skript-Debugger oder einen Menü-Editor. In der neunten Ausgabe hat die Advanced-Version dazugelernt. Verschiedene Skripte können jetzt gleichzeitig für die Bearbeitung geöffnet sein, und der Inhalt von Variablen lässt sich jederzeit abfragen. Das vereinfacht das Leben des Programmierers. Wobei diese Bezeichnung etwas zu hoch gegriffen ist. Denn nach wie vor beschränkt sich die Skript-Erstellung auf die Auswahl vorgegebener Befehle und das Einstellen von Optionen. Für geübte Entwickler ist dieser Weg wesentlich mühsamer als das Schreiben von Code, dafür entfällt die Gefahr von Tippfehlern.

Die wichtigste Neuerung in FileMaker Pro 9 und Advanced 9 ist der ausgebaute Zugriff auf SQL-Datenbanken. Tabellen aus Oracle, Microsoft SQL Server und MySQL Community Edition werden wie eigene Behälter behandelt. Es ist nicht mehr nötig, für Abfragen manuell SQL-Befehle zu schreiben oder mit einem reinen Lesezugriff vorliebzunehmen. Daten lassen sich auslesen und zurückschreiben, und mit Hilfe einer Schattentabelle können Entwickler sogar Formel- und Statistikfelder hinzufügen. Die Integration beschränkt sich jedoch auf die Datenebene. Anpassungen an der Tabellenstruktur sind nicht möglich. Als Client für SQL-Datenbankserver eignet sich FileMaker nach wie vor nicht. Aber immerhin lassen sich jetzt Unternehmensdaten in FileMaker-Anwendungen integrieren. So könnte beispielsweise die Korrespondenz mit den Kunden des Online-Shops über die Desktop-Datenbank abgewickelt werden.

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