Bequemer Schalter für Server-Fernbedienung

Mit dem Dominion KX II hat Raritan ihre Serie von KVM-über-IP-Switches für die Steuerung von Servern übers Netzwerk aufgefrischt. Die Neuerungen überzeugen und können unter Umständen sogar ein Lights-Out-Management ersetzen.

Client-Software und Verwaltungswerkzeuge kommen nun grafisch daher.
    

» Von Paul Venezia, 13.06.2007 08:46. Letztes Update, 13.06.2007 08:47.

Paul Venezia ist Redaktor bei der Computerworld-Schwesterzeitschrift Infoworld.

Solange ein Server im Rechenzentrum einwandfrei läuft, sind Peripheriegeräte wie Tastatur, Maus und Bildschirm überflüssig. Doch es gibt Aufgaben für den Administrator, die er nicht so ohne weiteres übers Netzwerk lösen kann. Dazu gehört etwa der Neustart eines hängengebliebenen Servers, Anpassungen an den Bios-Einstellungen oder das Starten im Safe-Mode. Hierfür sind in den meisten Fällen die klassischen lokalen Ein- und Ausgabegeräte gefragt. Nun ist es aus verschiedenen Gründen nicht praktikabel, jeden Rechner im Rack mit Tastatur, Maus und Bildschirm auszustatten. Stattdessen bedient man sich so genannter KVM-Switches (Keyboard, Video, Mouse). Sie leiten Ein- und Ausgabe der Server an einen geeigneten Ort um. Erfolgt der Transport der Signale übers Netzwerk anstelle über serielle Kabel, spricht man von KVM über IP.

Die zugrundeliegende Technik ist seit Jahren verbreitet, und verschiedene Hersteller bieten entsprechende Produkte an. Doch KVM über IP lässt zuweilen an der Perfektion und den effektiven Steuerungsmöglichkeiten zu wünschen übrig. Dazu kommt, dass jede Herstellerin ihr eigenes Süppchen kocht.

Zu den bewährten Produkten gehören die Dominion-KX-Switches von Raritan. Aber auch sie haben ihre Schwächen, beispielsweise bei der Fernwartung über WAN-Verbindungen mit hohen Latenzzeiten. Nun hat die Herstellerin nachgelegt. Die zweite Generation der KX-Familie ist auf den ersten Blick nicht von den Vorgängern zu unterscheiden. Erst auf der Rückseite der Linux-basierten Appliances offenbaren sich die Neuerungen bei der Hardware. Die Netzteile sind redundant ausgelegt, ebenso die beiden Netzwerk-Schnittstellen, die nun GBit-Ethernet unterstützen. Dazu ist die Zahl der USB-Anschlüsse auf vier gestiegen. Die insgesamt sieben Modelle bieten 16 bis 64 Ports für die Server-Fernbedienung und jeweils lokale Anschlüsse für Tastatur, Bildschirm und Maus. Zusätzlich unterstützen die Dominion KX II je nach Modell einen, zwei oder vier gleichzeitige Netzwerk-Benutzer. Die grösste Ausführung ist allerdings noch nicht erhältlich.

Die wesentliche Neuerung bei der täglichen Fernbedienung zeigt sich aber erst nach dem Anschluss von Bildschirm, Tastatur und Maus sowie einigen Servern sowie dem anschliessenden Start der Konsole: Vorbei sind die Zeiten, als der Administrator über Tastaturkürzel zwischen den einzelnen Ports umschalten und sich durch textbasierte Menüs hangeln musste. Die Benutzeroberfläche bei der zweiten KVM-Switch-Generation ist grafisch und für Mausbedienung ausgelegt.

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