Die Jahrhundertflut in Deutschland hat nicht nur hunderttausende von Privathaushalten weggespült, sondern auch unzählige Unternehmen in Schutthalden verwandelt. Da die Wassermassen auch vor Servern und PC nicht halt machten, ist jetzt der Einsatz von Datenrettungsspezialisten gefragt.
Doch diese sind teuer: So verlangt etwa die Hamburger Ibas 3000 bis 6000 Euro pro Festplatte, was besonders für havarierte KMU derzeit jenseits der Schmerzgrenze liegt. Immerhin können die Daten meistens gerettet werden, sofern beschädigte Datenträger weder korrodiert sind, noch durch Hitze- oder Kälteeinwirkung getrocknet wurden. Sie sollten luftdicht eingepackt werden. Allerdings können viele Flutopfer den Datendoktor nicht erreichen. Denn insbesondere im Raum Dresden und Chemnitz sind nach jüngsten Schätzungen immer noch rund 70 000 Telefonanschlüsse unterbrochen oder gestört. Ihre Halter können daher auch nicht auf die zahlreichen Unterstützungsangebote über Internet und Telefonhotlines zugreifen, die Private, aber auch IT-Unternehmen wie Microsoft und Dell den Geschädigten anbieten.
Bislang verschont blieb dagegen das deutsche Forschungsnetz der Hochschulen, dessen Kernnetzknoten an der Universität Dresden über dem Wasserpegel liegt.
Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Computerworld 35/2002. 