High-Speed Inkjet – wo stehen wir?

Die High-Speed Inkjet Drucktechnologie ist nichts Neues. Seit Jahren wird diese Technologie im Transaktionsdruck wie beispielsweise im Banken- und Versicherungsumfeld erfolgreich eingesetzt. Neu ist nun, dass High-Speed Inkjet auch im Akzidenzdruck zum Einsatz kommt.

» Von Mathias Bommer für Ricoh Schweiz AG, 19.04.2016 09:35.

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Dies ist nicht selbstverständlich, denn die Anforderungen im Akzidenzdruck sind um ein Vielfaches höher als im Transaktionsdruck. Offsetdruckereien erwarten, dass beliebige Papiersorten wie Offset- und Recyclingpapiere oder gestrichene Papiere bedruckbar sind. Ebenso müssen homogene Tonflächen und Farbbilder in einer einwandfreien Qualität gedruckt werden können und dies zu vergleichbaren Kosten wie wir sie heute im Offsetdruck sehen.

High-Speed Inkjet versus Offset

Seit Jahren spricht die Branche darüber, ob und wann der Offsetdruck durch den Digitaldruck ersetzt wird. Aus heutiger Sicht wird der Offsetdruck weiterhin noch viele Jahre das dominante Druckverfahren bleiben. Denn bei hohen Auflagen ist der Offsetdruck am Wirtschaftlichsten. High-Speed Inkjet bietet jedoch dem Offset die Stirn, wenn es um Auflagen von etwa 500 bis 5‘000 Exemplaren geht. Im Schweizer Markt betrifft dies die Grosszahl aller Druckaufträge. Die Frage stellt sich, für welche Druckereien High-Speed Inkjet eine echte Alternative zum Offset ist. Im Idealfall wird Inkjet als Ergänzung zum Offset eingesetzt. Dadurch hat der Drucker die Flexibilität je nach Auftrag das ideale Druckverfahren in Bezug auf Kosten und Produktivität auszuwählen. Das bedeutet, bei Druckereien, die mehr als eine Offsetmaschine im Einsatz haben, kann High-Speed Inkjet die optimale Ergänzung sein. Schliesslich ist es für jede Druckerei eine strategische Frage, ob man weiterhin in den Offset oder ob man auch in die Inkjet-Technologie investiert. Eine Investition in eine Offsetmaschine bedeutet, dass man etwa die nächsten 10 Jahre, also bis 2026, weiterhin mit der Analog-Technologie produziert. Eine solche Investition muss im digitalen Zeitalter und dem stetigen Wandel der Kundenbedürfnisse gut überdacht werden. Mit der Digitaldruck-Technologie öffnen sich ganz neue Geschäftsfelder, die dem Offsetverfahren verschlossen bleiben. Mögliche Mehrwerte sind White Paper Factory, Print on Demand, Personalisierung, Individualisierung oder Inline Finishing, um nur einige zu nennen. Abgesehen von den erwähnten Mehrwerten kann High-Speed Inkjet betreffend Kosten, Produktivität und Qualität mit dem Offset mithalten. Die Praxis zeigt, dass High-Speed Inkjet die gleichen Produktionsmengen wie eine Bogenoffsetmaschine im Format 70 x 100 cm bei einem 2-3 Schichtbetrieb bewältigt. Erfahrungswerte zeigen auch, dass High-Speed Inkjet je nach Auftragsstruktur 15-20% günstiger als Offset produziert. Woher kommen diese Einsparungen? Die Kostenvorteile erzielt man durch die Elimination von Computer-to-Plate sowie durch kürzere Einrichtzeiten, weniger Makulatur, kürzere Produktionszeiten, weniger Personalbedarf und durch eine automatisierte Weiterverarbeitung mit Inline Finishing.

Rolleninkjet versus Bogeninkjet

Entscheidet sich eine Druckerei für eine Investition in die Inkjet-Technologie, stellt sich zudem die Frage, ob man mit Rollen- oder Bogeninkjet produzieren will. Im Vergleich dieser beiden Verfahren gibt es wesentliche Unterschiede, bei denen beide Vor- und Nachteile haben. Grundsätzlich dienen die beiden Verfahren in ganz unterschiedlichen Einsatzgebieten. Entscheidend ist, welche Aufträge in welchen Druckvolumen und zu welchen Kosten produziert werden sollen. Rolleninkjet ist in der Druckgeschwindigkeit je nach Modell etwa 5-10 Mal schneller als Bogeninkjet. Bei den Produktionskosten ist Rolleninkjet etwa um den Faktor 5 günstiger als Bogeninkjet. Dank dieser schlanken Kostenstruktur ist Rolleninkjet je nach Auftragsstruktur wettbewerbsfähig zum Offset. Bei der Weiterverarbeitung hat man im Rolleninkjet zwei Optionen: entweder man produziert Inline komplett fertige Druckerzeugnisse wie Zeitschriften, Bücher, Broschüren, etc. oder man verwendet für die Weiterverarbeitung die bestehende Infrastruktur aus dem Offsetdruckumfeld. In diesem Fall ist die Ausgabe im Rolleninkjet ein Druckbogen im Format 50 x 70 cm wie man es sich aus dem Offset oder Bogeninkjet gewohnt ist.

Im Februar 2015 stellte Ricoh an der Hunkeler Messe in Luzern erstmals die neue High-Speed Inkjetdruckmaschine Pro VC60000 aus. Mit diesem neuen Flaggschiff erzielte Ricoh einen Durchbruch bei den Offsetdruckereien. Inzwischen arbeiten diverse namhafte Druckereien als Ergänzung zum klassischen Offsetdruck mit der Pro VC60000 und profitieren damit vom Mehrwert, den Inkjet zweifelsohne bietet.

Mathias Bommer, Business Development Manager Production Printing bei Ricoh Schweiz AG

Mehr Infos zur neuen High-Speed Inkjetdruckmaschine Pro VC60000

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