Hybrid-Modelle: Das Beste aus zwei Welten

Die Frage nach Standard- oder Individuallösung ist obsolet, da in der Praxis Standardprodukte oftmals angepasst werden. Deshalb setzt ELCA auf Hybrid.

» Von ELCA Informatik, 13.04.2015 09:00.

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Die Diskussion, ob Standard- oder Individuallösung, erübrigt sich mehr denn je. Die Zukunft liegt in neuen Konzepten, die das Beste aus beiden Welten zusammenführen. Felix Musterle, Division Head Health & Insurance bei der ELCA Informatik AG, beantwortet Fragen zum Thema Individual- oder Standardsoftware.  

 


Welchen Herausforderungen müssen sich Versicherungsunternehmen in Bezug auf Standard- und Individualsoftware stellen?

Egal, welches Szenario zum Einsatz kommt: Die Versicherer stehen unter einem hohen Kostendruck. Die Diskussion, ob Standardprodukt oder Individualentwicklung, finde ich daher veraltet und auch sehr theoretisch. Die Praxis bringt heutzutage sowieso meistens Mischformen hervor. Die grösste Herausforderung für die Versicherer ist es meiner Meinung nach, neue Konzepte und Modelle zu entwickeln, die effektive und gut funktionierende Softwarelösungen hervorbringen, gleichzeitig aber preislich wettbewerbsfähig sind.

Welche Argumente sprechen heute noch für eine Eigenentwicklung, also eine Individualsoftware?

Die Individuallösung bietet grundsätzlich mehr Freiheit und Flexibilität. Hier passt sich die Lösung an die Organisation an, da sie massgeschneidert für den Kunden entwickelt wird. Der Auftraggeber ist an keinen Hersteller und langfristige Lizenzzahlungen gebunden. Bei einer Individualentwicklung braucht es einen IT-Spezialisten, der das Geschäft versteht und eine hohe Technologieexpertise mitbringt. Bei einem Standardprodukt erhofft sich der Käufer, die Aufwände für die Entwicklung der Lösung zu sparen und diese schneller zu implementieren. Dafür muss sich eine Organisation mitsamt seinen Prozessen und Strukturen an das Standardprodukt anpassen.

Wenn es weder eine Standard- noch eine Individuallösung sein soll, welche Alternative gibt es?

Da die IT einem sehr starken Kostendruck unterworfen ist und immer mehr als Kostenfaktor betrachtet wird, braucht es neue Denkweisen. Wenn jede Versicherung dasselbe Standardprodukt mit hohen Kosten einführt und lizenziert oder sich eine von Grund auf massgeschneiderte Eigenentwicklung leistet, sind das verschwendete Ressourcen. Eine Alternative, mit der wir bei ELCA in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht haben, sind strategische Partnerschaften, organisiert in einer Interessengemeinschaft beziehungsweise einer User Group. Versicherer sollten sich geeignete Partner suchen, um Kosten zu sparen und Branchentrends gemeinsam zu finanzieren.

Wie sieht dieses Modell genau aus, was sind die Vorteile für Versicherer?

Das Konzept dieser speziellen User Group ist im Vergleich zu sonst üblichen Anwendergruppen so innovativ, weil die Mitglieder direkten Einfluss auf die Weiterentwicklung der Lösung haben. Die beteiligten Versicherer bestimmen, welche Funktionalitäten entwickelt werden, die technologische Umsetzung liegt dabei beim strategischen IT-Partner ELCA. Die Mitglieder sind daher an keinen Produktanbieter und dessen Preisdiktat gebunden, das ist ein grosser Vorteil. Mehr noch: Die Gebühren der Mitglieder fliessen direkt in die Weiterentwicklung des Produktes. Gleichzeitig «wacht» ELCA als IT-Experte darüber, dass die Idee einer Standardlösung gewahrt bleibt, obwohl Individualisierungen möglich sind. So erhalten die Mitglieder eine moderne und branchenspezifische Softwarelösung zu einem sehr attraktiven Preis-Leistungsverhältnis, denn jede Seite bringt ihre Kernkompetenz ein – eine perfekte Fusion von Technologie und Business-Know-how.

Wie sieht Ihre Roadmap bezüglich dieser User-Group-Modelle aus und mit welchen Entwicklungen darf die Branche rechnen?

Im Laufe der Jahre hat sich das User-Group-Modell herauskristallisiert, welches inzwischen sehr erfolgreich bei verschiedenen Lösungen wie Sumex, iPension oder Secutix im Einsatz ist. Aktuell arbeiten wir bei den Lösungen im Versicherungsbereich an Kundenportalen.

Wie sieht Ihr Ratschlag an Entscheidungsträger aus?

Ziehen Sie neue Konzepte und Modelle in Betracht. Gemeinsamkeit bedeutet auch geteiltes Risiko. Es ist oft einfacher, mit Partnern neue Wege zu gehen und in eine neue Funktion zu investieren als im Alleingang.

 

 

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