Virtualisierung hilft bei der Datenarchivierung

  

» Von Stefan Pickert , 19.12.2006 07:31. Letztes Update, 19.12.2006 10:25.

Ressourcen verbinden

Die meisten verfügbaren Virtualisierungstechnologien lassen heute einen Zusammenschluss bestehender Speicherressourcen zu, um die Nutzungsintensität zu optimieren. Administratoren haben so die Möglichkeit, je nach Client-Bedarf, dynamisch freie Kapazitäten zu vergeben. Einige Lösungen unterstützen darüber hinaus auch die Thin-Provisioning-Methode, in dem sie ohne Unterbrechung weitere Kapazitäten online bereitstellen.

Performance und Datendurchsatz

Auch NAS-Engpass-Probleme können mit Virtualisierungslösungen adressiert werden. Diese treten häufig dann auf, wenn die gesamte Arbeitslast von einer unternehmenskritischen Anwendung auf ein einziges NAS-Gerät beziehungsweise einen einzigen Fileserver aufschlägt. Bandinterne NAS-Virtualisierungssysteme können das Load-Balancing des Anwendungsin- beziehungsweise -outputs über mehrere physikalische Geräte oder Datensysteme hinweg unterstützen und so den Datendurchsatz der Anwendungen entscheidend steigern.

Problemfelder identifizieren

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass NAS-Virtualisierungslösungen sehr viel versprechend klingen. Doch welche Herausforderungen liegen in der Implementierung? Bei der Einführung von NAS-Virtualisierung sollten IT-Verantwortliche zunächst die dringendsten Problemfelder identifizieren: Liegen diese im Bereich der Daten-Migration, des Information Lifecycle Management oder der Backup-Fenster? Bei einer Implementierung empfiehlt es sich, schrittweise vorzugehen und sich zunächst auf die Behebung eines Problemfeldes zu konzentrieren. Nachdem sich ein Unternehmen mit der neuen Technologie vertraut gemacht hat, können die Einsatzgebiete erweitert werden. Die meisten Anbieter haben ein Basispaket im Angebot, mit dem die Datenströme der NAS- und Fileserver-Umgebung zunächst untersucht werden, um so aufschlussreiche Datenkennzeichnungsinformationen, wie etwa das Alter und den Datentypus, zu ermitteln. Diese Datenprofile können für die «Was wäre wenn»-Analyse bei der Planung von Daten-Migrationen oder ILM sehr hilfreich sein.

Schrittweise implementieren

Die meisten NAS-Virtualisierungslösungen lassen sich schrittweise implementieren, der Alles-oder-Nichts-Ansatz sollte nicht verfolgt werden. Anfänglich können einzelne Shares beziehungsweise Fileserver virtualisiert und nach Bedarf die Implementierung sukzessive ausgedehnt werden.

Grundsätzlich erlauben NAS-Virtualisierungssysteme eine einfache Abkopplung, so dass leicht wieder zum Vor-Virtualisierungszustand zurückgekehrt werden kann. Aber diese Frage sollte im Detail mit dem jeweiligen Lösungsanbieter geklärt werden.

Eine häufig gestellte Frage ist zudem, welche Auswirkung eine Virtualisierung auf die Backupprozesse und bestehende Authentifizierungsabläufe hat. Dies betrifft wichtige Infrastrukturbereiche und sollte auch umfassend mit dem jeweiligen Anbieter beleuchtet werden.

Die eingesetzten NAS-Virtualisierungslösungen sollten nahtlos mit Standard-Backup- und File-Server-Authentifizierungs-Technologien zusammenarbeiten können. In manchen Fällen kann die Virtualisierungstechnologie auch dafür eingesetzt werden, um Backup-Prozesse zu verbessern. Dabei unterstützen die Systeme die Erstellung von hierarchischen Backup-Richtlinien, mit denen das Volumen der redundanten Daten im Backup reduziert sowie die gesamte Backup- und Recovery-Zeit verkürzt werden können.

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