Superschnelle Analysen in Echtzeit
» Von , 22.06.2009 09:39. Letztes Update, 22.06.2009 09:44.
Für Kleine BI-Anwendungen geeignet

Klar strukturiert: Dashboard des neuen QlickView 9 mit In-Memory-Technologie
«In-Memory- und Data-Warehouse-Technologie ergänzen sich sinnvoll und werden immer weiter verschmelzen», meint Matthias Krämer, Produkt- und Performance-Manager beim Unternehmenssoftware-Anbieter Infor. Ausgereifte In-Memory-Datenbanken wie Infor PM OLAP speichern den im Hauptspeicher befindlichen Datenbestand asynchron und in zeitlichen Intervallen auf Festplatte ab. Dadurch könne
die gleiche Datensicherheit wie bei Data-Warehouse-Anwendungen erreicht werden.
Einen Blick in die Zukunft wagt André Münger, Director bei Information Builders Schweiz in Dietlikon: «Längerfristig sehen wir In-Memory-Technologie als Teil von Datenbanken wie Oracle, DB2 oder SQL Server, also als Ergänzung klassischer OLAP-Anwendungen.»
Münger warnt allerdings vor übertriebener Euphorie: «Wir haben In-Memory-Systeme gesehen, bei denen das Laden von In-Memory-Datenbanken im BI-Bereich bis zu dreieinhalb Stunden in Anspruch genommen hat.» Das sei so, als ob der Weltrekordhalter Usain Bolt die hundert Meter in 2,3 Sekunden laufe, aber einen Marathon als Anlauf dazu brauche, witzelt Münger.
Kosten: 60- bis 80-mal teurer
Vor einer umfassenden Einführung rät Münger, eine Kosten-Nutzen-Rechnung anzustellen. RAM sei, verglichen mit Plattenspeicherplatz, heute um den Faktor 60 bis 80 teurer. Krämer geht von einem zusätzlichen RAM-Bedarf von deutlich mehr als 20 Prozent pro Arbeitsplatz aus. Information Builders setzt daher In-Memory-Technologien schwerpunktmässig im Bereich der Datenvisualisierung für explorative Analysen ein.
Das technisch Machbare ist nicht immer auch das ökonomisch Sinnvolle. Zusätzlich sprechen Sicherheitsgründe für ein hybrides Modell der Datenhaltung. Fällt nämlich der Strom aus und springt das Notstromaggregat nicht zeitnah in die Bresche, sind sämtliche im Hauptspeicher vorgehaltenen Informationen unwiederbringlich perdu.
Business ByDesign: 3-Layer-Konzept
Die Hasso-Plattner-Company SAP schlägt bei ihrer neuen ERP-Lösung den hybriden Weg ein. Business ByDesign verfolgt ein Datenhaltungskonzept, das aus drei Layern besteht.

Vergleich: BI-Analysetechniken Die im Cache abgespeicherten Ergebnisse stark nachgefragter Analysen sind am schnellsten zugänglich. Der Plattenzugriff dauert am längsten
Branchenstärken der BI-Anbieter
Jedoch ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Qualität der BI-Analysereports entscheidend für den erzielten, geschäftlichen Mehrwert. Daher sollten Anbieter zusätzlich zum technischen Know-how auch über intime Branchenkenntnisse verfügen. BI-Guru Nigel Pendse kommt in seinem «BI Survey 8» zu folgender Einschätzung: MicroStrategy ist überdurchschnittlich gut bei Handel- und Telekommunikations-Lösungen, Information Builders im Versicherungs- und Gesundheitswesen, Oracle BIEE bei IT-Diensten, und QlikView spielt seine Stärken vor allem in der Fertigung und Produktion aus.



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