Software-Mainframe: Legacy bleibt Legacy

Hunderte Applikationen laufen in der Schweiz auf Mainframes. Das Start-up LzLabs will die Legacy-Applikationen in Container verpacken und jenseits des Mainframes laufen lassen.

» Von Mark Schröder , 06.07.2016 15:39.

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An der Computermesse CeBIT im März sorgte das Schweizer Start-up LzLabs für Aufsehen. Die Walliseller versprachen, in die Jahre gekommene Cobol-Applikationen auf einen Software-definierten Mainframe migrieren und dort laufen lassen zu können. An einem Anlass am Dienstag in Wallisellen demonstrierte das Unternehmen seine Technologie. Wie CEO Mark Cresswell erklärte, sei die LzLabs-Lösung – genannt Gotthard – heute lauffähig auf Red Hat Linux. Die Auslagerung auf Microsofts Azure-Plattform soll noch in diesem Jahr möglich sein.

Weiter für die kommenden Versionen geplante Funktionen sind der Support für weitere Sprachen, kündigte Cresswell an. Heute arbeitet die Lösung lediglich mit Cobol 4. Wie der CEO begründete, seien heute weltweit 200 Milliarden Zeilen Cobol-Code in Betrieb. In naher Zukunft sollen Cobol 5 sowie PL/1 folgen. Daneben will LzLabs auch einen Compiler bereitstellen, mit dem die Legacy-Applikationen nach der Migration noch weiterentwickelt werden könnten. 

Die Migration auf die x86-Plattform will LzLabs allerdings nicht selbst leisten. Heute liefen zwar Pilote mit ungenannten Testkunden, in Zukunft sollen aber Partner die Wechselprojekte übernehmen. Die Walliseller wollen nicht an den Migrationskosten mitverdienen, sondern mit den Lizenzen Geld machen. Cresswell sprach an dem Anlass davon, dass LzLabs ein Zehntel der Kosten verlange, die bis anhin für einen Hardware-Mainframe aufgewendet werden müssen.

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KOMMENTARE

Armin Heinzmann: 09-07-16 15:57

Was da wieder für ein Zeugs geschrieben wird. Z.B. fehlende Skalierbarkeit - was für ein Mist. Das ist sowieso einer der meist missverstandenen Begriffe im IT Management. Jeder zweite Consultant kommt mit dieser Floskel daher und verspricht Dinge, die es in der IT einfach nicht gibt. Diese plakativen Vorurteile gegenüber dem Mainframe waren schon vor 25 Jahren genau so zu lesen und doch gab es halt immer wieder Momente, wo Mainframe Programme (bzw. die entsprechenden Server) ran mussten, weil die alternativen Soft- und Hardware einfach diesen Mix aus extremer Performance und Flexibilität nicht schafften. So sieht die Wahrheit aus.

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